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ähnliche Arten Mitteleuropa:
Die bauchige Schnauzenschnecke ist am Sichersten anhand der Form der oberen Mündung bzw. des Operculums von den in Mitteleuropa ebenfalls heimischen und etwas größer werdenden Arten Gemeine Schnauzenschnecke (Bithynia tentaculata) (Mündung oben zugespitzt) und Östliche Schnauzenschnecke (Bithynia troschelii) (Mündung oben stumpf gewinkelt; oberer, innerer Rand des Operculums leicht konvex; Naht etwas flacher; Mantelpigmentierung) unterscheidbar. In Zweifelsfällen lassen sich männliche B. leachii und B. troschelii anhand des Ansatzes des Penisanhanges (penis apendix) am Penis unterscheiden: Bei B. leachii zweigt er im oberen Drittel, bei B. troschelii im unteren Drittel des Penis ab (GLÖER 2004).
Verbreitung, natürliches Habitat:
Paläarktisch in Europa und Nordasien, in gemäßigten und warm-gemäßigten, tendenziell eher maritimen Klimata verbreitet. locus typicus: Campsey Mere, im Bach Holbrook und Mühlenteich (Suffolk/England) (SHEPPARD 1823). Allgemein verbreitet in Dänemark, Estland, Lettland, Litauen (ZETTLER et al. 2005), Polen und Niederlande (Atlasproject Nederlandse Mollusken). Sonst, z.T. mit eingeschränkten Arealen verbreitet in: Schweden (Einzelfunde), Finnland (zerstreut), Großbritannien (National Biodiversity Network), Schweiz (vereinzelt: Zürichsee, Greifensee, Ausee, bei Basel im Hochrhein), Österreich (Donautal, Nordtirol), Belgien (im Tief- und Mittelland), Frankreich, Spanien (Festland Festland; nicht auf den Balearen (GLÖER & BECKMANN 2007)), Italien (Festland, z.B. Lago Ledro/Trentino (DALFREDDO & MAIOLINI 2004) und Lecce (FERRERI 1995)), Tschechien (nur Mähren), Slowakei (südl. Tiefland: insb. im Bereich der Donau), Ungarn (FRANK 1986b; GLÖER & FEHÉR 2004), Slovenien, Jugoslavien, Makedonien, Bulgarien, Rumänien (SÎRBU & BENEDIK 2006), Ukraine und Rußland (z.B. Kaliningrad, Südural). Fehlt in Norwegen. Die von (YILDIRIM 1999) zusammengetragenen Fundorte in der Türkei sind zu bestätigen.
In Deutschland schwerpunktmäßig im Norden bis 230müNN verbreitet: Östliches Hügelland Schleswig-Holsteins, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin. In Niedersachsen nur zerstreute Vorkommen entlang der Ems, bei Bremen und an der Elbe. In Süddeutschland nur vereinzelt im Rhein und Neckar. Isolierte Vorkommen in Bayern (Chiemsee; SEIDL & SEIDL 1983) und Sachsen.
In der Natur ist die Bauchige Schnauzenschnecke in verschiedenen pflanzenreichen, stehenden oder langsam fließenden Gewässern zu finden. Nach JUEG (2001) besonders häufig in Verlandungszonen. Bevorzugt an Wasserpflanzen oder Schilfstängeln.
Einige Habitate in Norddeutschland, in denen Bithynia leachii nach eigenen Untersuchungen gefunden wurde, sind unter folgendem Links kurz vorgestellt: 0003, 0013, 0014, 0036
Wasserwerte:
Im Freiland kommen Populationen bis max. 6% Salzgehalt vor (JAECKEL 1962; in: GLÖER 2002.
Experimentell stellten BERG & OCKELMANN (1959) fest, daß die Bauchige Schnauzenschnecke bei reduzierter Sauerstoffkonzentration einen hohen Stoffwechsel aufrecht erhalten können. Bei anderen untersuchten Arten fiel dagegen der Sauerstoffkonsum (d.h. auch die Stoffwechselaktivität) entsprechend der im Labor reduzierten Verfügbarkeit von Sauerstoff. Für BERG & OCKELMANN erklärt sich hieraus, weshalb B. leachii in sehr unterschiedlichen, z.T. auch temporärar sauerstoffarmen Biotopen vorkommen kann.
Im Rahmen von Untersuchungen zur ökologischen Zustandsfeststellung einiger schleswig-holsteinischer Seen wurden diese umfänglich untersucht. Im Schlöhsee, Kleinen Schierensee und Kleinen Plöner See wurde u.a. auch Bauchige Schnauzenschnecken gefunden. Die Publikationen mit Angaben bezügl. Wasserwerten usw. sind im Internet zu finden (Landesamt für Natur und Umwelt des Landes Schleswig-Holstein 2001 und 2004).
In einem niedersächsischen Teich wurden durch RICHTER (2001) jahreszeitliche Schwankungen der Wassertemperatur von 4 bis 24°C gemessen.
Nach eigenen Beobachtungen konnte die Art in folgenden Gewässern gefunden werden:
See mit Schlammgrund in Schleswig-Holstein bei Kiel an Holz und Steinen: 6°C (25.12.2006), 16°C (10.09.2007); GH = 13-16°dH; KH = 9-11°dH; pH = 7,5-8,0; NH3/NH4 ~ 0,25mg/l; NO2 < 0,3mg/l; NO3 ~ 10mg/l.
Stark verkrauteter Graben mit Schlammsubstrat, wenig Strömung in Oldenburg/Niedersachsen (24.06.2007): 17,5°C; GH = 10°dH; KH = 5°dH; pH = 7,0; NH3/NH4 ~ 1,0mg/l; NO2 ~ 0,3mg/l; NO3 ~ 12mg/l.
Eingestauter Fluß mit Schlammsubstrat, wenig Strömung in Bremen (24.09.2007): 17°C; GH = 9°dH; KH = 4°dH; pH = 7,5; NH3/NH4 ~ 0,25mg/l; NO2 < 0,3mg/l; NO3 ~ 5mg/l.
Eingestauter Fluß mit Schlammsubstrat, wenig Strömung bei Rostock/Mecklenburg-Vorpommern (29.07.2007): 19°C; GH = 15°dH; KH = 9°dH; pH = 7,5; NH3/NH4 ~ 0,25mg/l; NO2 < 0,3mg/l; NO3 ~ 5mg/l.
Fortpflanzung:
Nach Untersuchungen in einem Teich in Süd-Niedersachsen durch RICHTER (2001) werden die Weibchen der Bauchigen Schnauzenschnecken nach ihrem ersten überstandenen Winter ab einer Gehäusehöhe von 4mm, die Männchen ab 2,5mm geschlechtsreif. Die Reproduktionsperiode beginnt unabhängig von der Tageslänge ab Ende April / Anfang Mai bei Wassertemperaturen ab 12°C. Die meisten Eier werden im Mai / Juni gelegt, mit stark abnehmender Tendenz bis in den August. In den Habitaten unterschiedlich aber auch individuell verschieden legen die Weibchen unterschiedlich große Laichschnüre oder Einzeleier ab. Der gallertige Laich wird meist in Form kurzer, flach gewölbter Laichschnüre oder kleiner Klumpen abgelegt. Typischerweise enthält jedes Gelege nur 5 bis 20 Eier. Im Gegensatz zu den Gelegen der Pulmonata sind die Eier der Gelege nicht in einer festen, gemeinsamen Gallertehülle „verpackt“, sondern liegen weitgehend frei aneinander. Je Weibchen werden pro Jahr insgesamt 150 bis über 300 Eier produziert.
Die Entwicklung des Laichs erfolgt dann bei Wassertemperaturen zwischen 13 und 26°C innerhalb 10 bis 45 Tagen. Überwiegend im Juni schlüpfen die Jungtiere mit einer Gehäusehöhe von rund 0,7mm.
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