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Parasiten:
Neben anderen Wasserschnecken werden auch die heimischen Bithynia von verschiedenen Arten von Trematoden (Leberegel) als Zwischenwirt befallen, deren Eier sie mit der Nahrung aufnehmen. Nach SCHUSTER (2002) ist die Gemeine Schnauzenschnecke als erster Zwischenwirt der Arten Metorchis bilis, Metorchis xanthosomus und Pseudamphistomum truncatum bekannt. Die von den Schnecken etwa 2 Monate nach Infektion freigesetzten Zerkarien (= ein Larvenstadium der Egel) dieser Arten gelangen aktiv schwimmend zu ihrem zweiten Zwischenwirt (versch. Weißfische/Cypriniden), bohren sich durch dessen Haut und verkapseln sich schon 2-3 Tage später als Metazerkarien im Muskelfleisch oder anderem Körpergewebe des Fisches. In ihren Endwirt (verschiedene Säugetiere, auch Greifvögel) gelangen sie schließlich, indem sie mitsamt dem infizierten Fisch gefressen werden. Im Endwirt löst sich die Metazerkarie auf und entläßt Jungegel, die in das Gallengangsystem der Leber wandern. In den Gallengängen führt der Befall zu Entzündungserscheinungen bis hin zum Gallenstau. Eine Infektion des Menschen ist durch den Verzehr ungenügend gegartem Fisches möglich und medikamentös zu behandeln.
Gefährdung: Auf der Roten Liste Sloveniens (2001) wird die Gemeine Schnauzenschnecke in der Kategorie "V" (vulnerable) geführt. Auf den übrigen der Redaktion z.Zt. bekannten Roten Listen der IUCN (1994) sowie folgender Staaten ist sie entweder nicht oder ausdrücklich als nicht gefährdet gelistet: Deutschland (1994), Estland (Jahr?), Litauen (2003), Niederlande (2004), Norwegen (2006), Österreich (1994), Polen (2005), Schweden (2001), Schweiz (1994), Tschechien (2005).
Sonstiges:
Die Gehäuse in suboptimalen Habitaten (z.B. schnellfließenden Bächen, Brandungsufer von Seen, Brackwasser) bleiben kleiner und gedrungener als die Nominatform. Im russischen Sprachraum wird die Gemeine Schnauzenschnecke z.T. noch unter dem Synonym Bithynia decipiens (MILLET 1843) geführt.Schnauzenschnecken werden in der Natur gern von größeren Cypriniden (z.B. Plötze, Schlei, Karausche) sowie (Tauch-) Enten gefressen.
Unterarten, Formen:
Aktuell sind keine anerkannten Unterarten in Europa beschrieben, jedoch eine Reihe von Formen:
Tiere, die einen Winter mehr überleben als der Großteil der übrigen Population werden deutlich größer als die Nominatform. Die Gehäuse können dann bis zu 16mm hoch, 9,5mm breit werden und 6,5 Umgänge aufweisen. Diese Tiere sind in älterer Literatur als Bithynia tentaculata f. producta (MENKE 1828) beschrieben.
Als Bithynia tentaculata f. codia ist eine Form der Voralpenseen mit verkürztem Gewinde, konkaver Seitenlinie und stark bauchigem, letztem Umgang beschrieben.
Aus Dänemark und Schweden ist die Form Bithynia tentaculata f. gigas beschrieben: Die breit eiförmigen Gehäuse werden bis 15mm hoch und 9mm breit. Sie sind gekennzeichnet durch einen abgeplatteten Apex und 2 bis 3 Querfalten im letzten Umgang.
Die aus Großbritannien, Dänemark und Schweden bekannte Form Bithynia tentaculata f. excavata zeichnet sich durch stark bauchige Umgänge aus.
In Schweden wurde eine Form mit gelbgrünem oder rotgelben gedrungenen Gehäuse und starken Spirallinien als Bithynia tentaculata f. bottnica beschrieben. Die Mündung ist bei dieser Form innen weiß glänzend und schwarz gesäumt.
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Autor: schneckli
Seite aktualisiert: 22.09.09
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