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Physa fontinalis (LINNAEUS 1758) – Quellblasenschnecke

 

Physa fontinalis#05a
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Klasse:            Gastropoda (CUVIER 1795) – Schnecken
Unterklasse:     Pulmonata (CUVIER 1814) – Lungenschnecken
Überordnung: Basommatophora (K
EFERSTEIN 1864) – Grundäugler, Süßwasserlungenschnecken
Ordnung:         Hygrophila (A. F
ÉRUSSAC 1822)
Unterordnung: Branchiopulmonata (M
ORTON 1855)
Infraordnung:  Planorboinei (H. N
ORDSIECK 1993)
Überfamilie:   Physoidea (F
ITZINGER 1833) – Blasenschnecken
Familie:         Physidae (F
ITZINGER 1833) – Blasenschnecken
Gattung:         Physa (D
RAPARNAUD 1801) – Blasenschnecke
Art:                 Physa fontinalis (L
INNAEUS 1758) – Quellblasenschnecke

 

Beschreibung:

Die sehr dünnwandigen Gehäuse der Quellblasenschnecke sind im Umriß oval. Sie werden 7 bis 12mm hoch und 4 bis 7mm breit. Die bis zu 4 linksgewundenen Umgänge sind wenig gewölbt und durch eine schwache, meist hellere Naht getrennt. Das Verhältnis der Höhen von Gewinde zu Mündung ist je nach Umweltbedingungen variabel, jedoch ist die Mündung stets deutlich höher als das Gewinde. Der äußere Mündungsrand ist nicht verdickt, sondern scharfkantig. Der Apex ist gerundet, stumpf. Der Nabel ist geschlossen. Die Gehäuse der Jungtiere sind im Umriß kugelig-eiförmig.

Das Gehäuse ist sehr glatt, stark glänzend und nur durch feinste Zuwachslinien gestreift skulpturiert. Es ist hell -hornfarben und durchscheinend.

An der Basis der langen, dünnen Fühler sitzen die Augen. Beidseits der Schnecke können fingerförmige Fortsätze des Mantels das Gehäuse weit umgreifen. Sie vergrößern die Hautoberfläche und unterstützen dabei die Hautatmung. Der schmale Fuß ist vorn gerundet und nach hinten spitz zulaufend. Der kurze Kopf ist deutlich breiter als der Fuß und vorn stumpf oder leicht eingebuchtet. Der Körper ist insgesamt braungelb bis schwärzlich gefärbt. Bei hell gefärbten Tieren ist der hintere Teil des Fußes ober- und unterseits sowie der Kopf deutlich dunkler. Durch das dünnwandige Gehäuse sind helle Flecken der Mantelpigmentierung sichtbar.
Unmittelbar hinter dem linken Fühler befindet sich ein leicht weniger pigmentierter Porus, aus dem der Penis hervorgestreckt werden kann. Die weibliche Geschlechtsöffnung befindet sich ebenfalls auf der linken Körperseite, ist jedoch beim lebenden Tier durch das Gehäuse verdeckt.

 

Physa fontinalis#14finger02

ähnliche Arten:
Aufgrund des linksgewundenen Gehäuses sind die Blasenschnecken leicht von anderen heimischen Familien unterscheidbar. Gegenüber den anderen Physidae ist für die Quellblasenschnecke der stets stumpfe Apex typisch. Der Mantel umgreift das Gehäuse erheblich weiter als bei Physella sp. Die Gehäuse der Aplexa sp. sind deutlich schlanker; deren Mantel ist ohne Fortsätze.

 

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Physa fontinalis-GEHÄUSE#01k

Verbreitung, natürliches Habitat:

Die Quellblasenschnecke ist allgemein holarktisch bzw. bis auf den Süden in fast ganz Europa verbreitet.
Vorkommen in Europa:
Süd-Norwegen, Süd-Schweden, Dänemark (verbreitet, einschl. Bornholm), Finnland (verbreitet), Rußland (Region Kaliningrad bis mindestens Westsibirien), Estland (verbreitet), Lettland (verbreitet), Litauen (verbreitet; vgl. Z
ETTLER & DAUNYS 2005), Polen (verbreitet), Tschechien (verstreut), Slowakei (im Tiefland verstreut), Österreich (im Tiefland), Ungarn, Norditalien (DALFREDDO & MAIOLINI 2004), Slovenien, Kroatien, Serbien+Mentenegro, Makedonien, Albanien, Bulgarien, Rumänien (allgemein verbreitet; CIOBOIU 2003), Ukraine, Türkei (Funde in mehreren Provinzen; YILDIRIM et.al. 2006),
Britische Inseln (in den Tiefländern verbreitet; Karte s. weblinks: National Biodiversity Network), Niederlande (verbreitet; Karte s. weblinks: Atlasproject Nederlandse Mollusken), Belgien (im Tiefland verbreitet), Luxemburg (nur ein Vorkommen bekannt), Schweiz (nur im Tiefland zerstreut), Frankreich (Festland), Spanien (Festland).

Die Quellblasenschnecke ist besonders im Tiefland Deutschlands allgemein verbreitet und häufig. In Süddeutschland ist sie seltener zu finden und fehlt in höheren Lagen wie z.B. im Schwarzwald, dem Erzgebirge, dem Bayerischen Wald, der Alp und in den Alpen.

Physa fontinalis besiedelt verschiedene pflanzenreiche Stillgewässer wie z.B. Seen, Teiche, Kanäle sowie Fließgewässer mit geringer Strömung. Sie ist dabei an Wasserpflanzen, aber auch auf Schlamm- und sonstigen Substraten zu finden.

Einige Habitate, in denen nach eigenen Beobachtungen Quellblasenschnecken im Freiland gefunden wurden sind unter folgenden Links kurz vorgestellt:
0003, 0013, 0018, 0027, 0031, 0035

 

Wasserwerte:

Die Sensitivität der Quellblasenschnecke gegenüber Wasserverschmutzung (Eutrophierung) wird von verschiedenen Autoren unterschiedlich eingestuft. Nach Untersuchungen von Z
ETTLER (2000) ist die Art weniger auf klare, saubere Gewässer angewiesen, wie von anderen Autoren festgestellt. Auch eigene Funden in verschiedenen (durchweg eutrophen) Gewässern Norddeutschlands bestätigen eher, daß Physa durchaus tolerant gegenüber mäßiger organischer Wasserverschmutzung ist. Die unterschiedlichen Einstufungen der Autoren sind möglicherweise auf andere, bisher nicht erfaßte Parameter zurückzuführen.

Ø
KLAND (1991; in GLÖER 2002) fand Quellblasenschnecken in norwegischen Gewässern mit pH-Werten zwischen 5,4 und 9,6 bei einer Gesamthärte über 0,4°d.

Nach J
AECKEL (1962; in: GLÖER 2002) wird ein Salzgehalt bis 6‰ toleriert. CARLSSON (2006) fand bei Untersuchungen der Süßwassergastropoden in den unterschiedlich brackigen Buchten der Åland-Inseln Quellblasenschnecken bei max. 5,3 PSU.

Entsprechend ihrer hohen Aktivität haben die Quellblasenschnecken verglichen mit anderen heimischen Wasserschnecken einen relativ hohen Sauerstoffkonsum (B
ERG & OCKELMANN 1959).

Für Vorkommen von Physa fontinalis im flachen Hochlandsee Işıklı Gölü, Provinz Denizli/Türkei veröffentlichten U
STAOĞLU et.al. (2001) im Jahresverlauf stark schwankende Wasserwerte: 5,5-27°C; pH = 8,0-8,8; O2 = 6,7-13,3mg/l; Leitfähigkeit = 194-405µS 25°C; SBV = 1,7-4,4mmol/l; Ca2+ = 26,5-76,2mg/l; Mg2+ = 27,2-91,4mg/l.

Nach eigenen Beobachtungen der Redaktion konnte die Art u.a. an Orten mit folgenden Wasserwerten gefunden werden:
Stark verkrauteter Graben mit Schlammsubstrat, wenig Strömung in Oldenburg/Niedersachsen (24.06.2007): 17,5°C; GH = 10°dH; KH = 5°dH; pH = 7,0; NH3/NH4 ~ 1,0mg/l; NO2 ~ 0,3mg/l; NO3 ~ 12mg/l.
Wenig unterhaltener, stark verkrauteter Wiesengraben fast ohne Strömung bei Jaderberg/Niedersachsen an Wasserpflanzen und auf Schlammsubstrat: 22°C (05.08.2007); GH = 11°dH; KH = 8°dH; pH = 7,5; NH3/NH4 ~ 0,2mg/l; NO2 < 0,3mg/l; NO3 ~ 0mg/l.
Teilweise verkrauteter Graben in Kiel/Schleswig-Holstein (leichte Strömung, nach starkem Niederschlag) am 10.09.2007: 15°C; GH = 4,5°dH; KH = 4°dH; pH = 7; NH3/NH4 ~ 0,25mg/l; NO2 < 0,3mg/l; NO3 ~ 0mg/l.
See mit Schlammgrund in Schleswig-Holstein bei Kiel an Holz und Steinen: 6°C (25.12.2006), 16°C (10.09.2007); GH = 13-16°dH; KH = 9-11°dH; pH = 7,5-8,0; NH3/NH4 ~ 0,25mg/l; NO2 < 0,3mg/l; NO3 ~ 10mg/l.
Eingestauter Fluß mit Schlammsubstrat, wenig Strömung bei Rostock/Mecklenburg-Vorpommern (29.07.2007): 19°C; GH = 15°dH; KH = 9°dH; pH = 7,5; NH3/NH4 ~ 0,25mg/l; NO2 < 0,3mg/l; NO3 ~ 5mg/l.
Fluß mit Schlammsubstrat und geringer Strömung bei Bergum/Niederlande: 8°C (08.12.2007); GH = 8°dH; KH = 4°dH; pH = 7,5; NH3/NH4 ~ 0,3mg/l; NO2 ~ 0,3 mg/l; NO3 ~ 12mg/l.

Physa fontinalis#06u

Fortpflanzung

Die Quellblasenschnecke ist wie die übrigen heimischen Süßwasserlungenschnecken (Basommatophora) zwittrig angelegt. Anhand über fünf Generationen jeweils einzeln im Labor aufgewachsener Tiere konnte HOLTZFUSS (1914) zeigen, daß die Art zur Selbstbefruchtung fähig ist.

Nach HEITKAMP (1982; in: GLÖER 2002) erstreckt sich die Reproduktionsperiode im Freiland Niedersachsens von Mai bis in den Herbst. GRABOW (2000) gibt hierfür April bis September an. DUNCAN (1959) beobachtete die Haupaktivität englischer Freilandtiere im April und Mai. In den russischen Populationen fand NEKRASSOW (1928) hauptsächlich im Juli bis zur ersten Augusthälfte.

Die sehr transparenten, gallertigen Gelege werden an Wasserpflanzen und andere Substrate geheftet. DUNCAN (1959) beobachtete im Labor, daß die Gelege hauptsächlich nachts, zwischen Mitternacht bis 8 Uhr morgens abgelgt werden. Sie sind relativ hoch-konvex und von jüngeren Tieren rundlich, von älteren kurz-oval geformt (GRABOW 2000). Jedes der etwa 10mm langen Gelege enthält nach HAZAY (1881; in NEKRASSOW 1928) 10-20, NEKRASSOW etwa 10, seltener 16-20, nach MERMOD (1930; in: GLÖER 2002) 5 bis 22 bzw. nach GRABOW (2000) 10 bis 20 Eier. Die kurz-ovalen, fast runden Eier sind nach Messungen von NEKRASSOW 0,92-0,97mm lang und 0,7-0,78mm breit. Ihre innere Membran ist an einem oder beiden Polen leicht eingedrückt. Die äußere Membran ist mehrschichtig, wobei sich die äußeren Schichten an den Polen etwas von der inneren Membran abheben oder leicht verdickt sind. Die alleräußerste Membranschicht ist oft an den Rändern aufgebogen und offen.
Je nach Wassertemperatur knabbern sich die Jungtiere nach zwei bis vier Wochen nach der Eiablage aus den Gelegen heraus.
Während der ersten drei Lebensmonate von im Frühjahr geschlüpften Jungtieren beobachtete (CAQUET 1993) ein rasantes Wachstum auf ~5mm Gehäusehöhe. Die Zuwachsrate der beobachteten Tiere stagnierte dann nahezu um erst im kommenden Frühjahr erneut anzusteigen.

 

 

Lebenszyklus, Lebensdauer:

Nach Untersuchungen verschiedener Autoren in Nord- und Mitteleuropa ist ein Lebenszyklus mit eine Generation/a, wobei die adulten Tiere alsbald nach der Reproduktionsperiode im Frühjahr sterben, allgemein am häufigsten (in: C
AQUET 1993). Die Tiere erreichen dabei nach Beobachtungen von HEITKAMP (1982; in: GLÖER 2002) in Süd-Niedersachsen ein Höchstalter von 11 bis 14 Monaten; nach CAQUET (1993) bei Paris/Frankreich 13 bis 14 Monate.
Es wurde u.a. aber auch bei einer Freilandpopulation im Loch Lomond/Schottland zwei Generationen/a beobachtet, bei der die im Frühjahr geschlüpften Tiere im Sommer reproduzieren und anschließend sterben. Diese Frühjahrsgeneration erreicht somit nur ein Höchstalter von 3 bis 4 Monaten (R
USSEL-HUNTER 1961; in: GLÖER 2002).
Des Weiteren wurden auch Populationen beobachtet, bei der die Frühjahrsgeneration bereits im Sommer reproduziert, den Winter übersteht und erst nach einer zweiten Reproduktion im Frühjahr stirbt (D
UNCAN 1959 & RUSSEL-HUNTER 1961; beide zitiert in CAQUET 1993).

 

Nahrung:

Nach G
RABOW (2000) ernährt sich die Quellblasenschnecke im Freiland vorwiegend von abgestorbenen Pflanzen und vom Oberflächenfilm. RAEVELL (1980; in: GLÖER 2002) konnte im Darminhalt 85% Detritus, 10% Diatomeen und 5% Grünalgen nachweisen.


Verhalten:

Typisch für die Blasenschnecken i.Allg. ist die relativ hohe Geschwindigkeit mit der die Tiere auf verschiedensten Substraten herumkriechen. Des Weiteren sind sie oft an der Wasseroberfläche hängend beim Fressen der Kahmhaut zu beobachten und können sich frei an einem Schleimfaden durchs Wasser bewegen.
Nicht selten sind sie einige cm oberhalb des Wasserspiegels zu beobachten. Möglicherweise können sie so nicht nur Nahrung erreichen, die für andere Wasserschnecken unerreichbar bleiben, sondern sich so auch Freßfeinden aktiv entziehen wie A
LEXANDER & COVICH (1991) es u.a. für die Blasenschnecke
Physella virgata zeigen konnten.
Bei Störungen bewegen Blasenschnecken ihr Gehäuse auffällig ruckartig hin und her. Nach übereinstimmender Auffassung verschiedener Autoren handelt es sich hierbei primär um ein Abwehrverhalten. Wenn die Abwehrbewegungen nicht ausreichen (aber auch spontan) löst sich die Quellblasenschnecke von ihrer Unterlage und treibt dann zur Wasseroberfläche auf (H
EROLD 1974) oder fällt zu Boden. In geringerer Ausprägung als gegenüber Schneckenegeln wird dieses Verhalten auch gegenüber Artgenossen gezeigt, wodurch sich nach TOWNSEND & MCCARTHY (1980) die geringen Populationsdichten erklären lassen.

Nach eigenen Beobachtungen aus kurzzeitiger Hälterung im Aquarium sind die stets aktiven Tiere auf verschiedenen Substraten, sämtlichen Einrichtungsgegenständen, an der Wasseroberfläche und an Wasserpflanzen zu beobachten.

 

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Haltung und Vergesellschaftung Aquarium:

Im Gegensatz zu den aus Aquarien bekannten Blasenschnecken der Gattung Physella liegen der Redaktion keine Erfahrungsberichte zur Haltung von Phya fontinalis vor. Es kann jedoch angenommen werden, daß die Quellblasenschnecke empfindlicher gegenüber hohen Wassertemperaturen und suboptimalen Wasserwerten reagiert. Für Haltungsversuche kann in jedem Fall eine dichte Aquarienabdeckung zur Vermeidung von Verlusten durch unternehmungslustige Landgänger empfohlen werden.


Parasiten, Kommensalen:

N
EKRASSOW (1928) beobachtete, daß die Gelege oft vom räuberischen Rädertier Proales gigantea befallen werden. Auch Käfer der Gattung Haliplidae legen zuweilen ihre Eier in die Gelege der Quellblasenschnecke.

Neben anderen Wasserschnecken werden auch die heimischen Blasenschnecken von verschiedenen Arten von Trematoden (Leberegel) als Zwischenwirt befallen. Planmäßiger Endwirt der die Schnecke verlassenden Cercarien (= ein Larvenstadium der Egel) sind i.Allg. Wasservögel, Fische, Amphibien oder Säugetiere. Die meisten Cercarien gelangen in ihren Endwirt indem sie mitsamt der infizierten Schnecke gefressen werden. Dort bohren sie sich durch die Darmwand und befallen die inneren Organe.
In Quellblasenschnecken wurden u.a. von F
UCHS (2002, s. weblinks) im Raum Westfalen-Lippe verschiedene Trematodenarten gefunden, deren Endwirt Vögel oder Egel sind.

Besonders im Kopfbereich sind an Physidae (auch Radix, Lymnaea, Planorbidae und Arten weiterer Familien) aus dem Freiland häufig bis zu 3mm lange, weiße Würmer zu finden, die sich mit ihrem Hinterende am Körper der Schnecke festhalten und mit dem vorderen Ende suchende Bewegungen ausführen. Vielfach handelt es sich um den Bauchborstenwurm Chaetogaster limnaei limnaei (B
AER 1827), der unspezifisch winzige Partikel als Futter unmittelbar vor der Schnecke sowie Futterreste aufsaugt. Im Gegensatz zur parasitisch in Wasserschnecken lebenden Unterart C. l. vaghini (GRUFFYDD 1965) wird die Vitalität oder das Verhalten der Schnecke von der erstgenannten, Unterart nicht beeinträchtigt (s. weblinks: WÄGELE et.al. sowie Wikipedia).


Gefährdung:

Aufgrund vielerorts zurückgehender Populationen wurde die Quellblasenschnecke auf der bundesweiten Roten Liste Deutschlands in die Vorwarnstufe aufgenommen (1998) und gilt in Tschechien (2005) als potentiell gefährdet ("NT)". In Slovenien (2001) und der Schweiz (1994) gilt die Art als gefährdet. In Österreich (1994) als stark gefährdet. Auf der internationalen Roten Liste (IUCN, Stand 2008) sowie denjenigen von Norwegen (2006), Schweden (2001), Estland (Jahr?), Lettland (2003), Niederlande (2004) und Polen (2004) wird sie nicht geführt.


Sonstiges:

Für den Bearbeitungsbereich der FaunaEuropaea (s. weblinks) werden keine weiteren Arten der Gattung Physa oder Unterarten der Quellblasenschnecke Physa fontinalis gelistet.


Literatur:

C
AQUET, T. (1993): Comparative life-cycle, biomass and secondary production of three sympatric freshwater gastropod species. Journal of Molluscan Studies 59: 43-50.

[Lebenszyklus und Produktivität von Lymnaea palustris, Physa fontinalis und Anisus rotundatus in einem Graben bei Paris/F]

G
LÖER, P. (2002): Süßwassermollusken Nord und Mitteleuropas. Bestimmungsschlüssel, Lebensweise, Verbreitung. In: Die Tierwelt Deutschlands. Conchbooks, Hackenheim. ISBN 3-925919-60-0.
[Angaben zu Merkmalen, Verbreitung, Biologie, Ökologie usw.]

G
LÖER, P & MEIER-BROOK, C. (2003): Süßwassermollusken. Ein Bestimmungsschlüssel für die Bundesrepublik Deutschland. Deutscher Jugendbund für Naturbeobachtung, Hamburg. ISBN 3-923376-02-2.
[kurze Artbeschreibung, Verbreitungskarte für Deutschland]

G
RABOW, K. (2000): Farbatlas Süßwasserfauna – Wirbellose. Eugen Ulmer GmbH & Co., Stuttgart. ISBN 3-8001-3145-5.
[kurze Artbeschreibung u.a. auch mit Angaben Biologie und Ölologie]

N
EKRASSOW, A.D. (1928): Vergleichende Morphologie der Laiche von Süßwassergastropoden. Z. f. Morphol. u. Ökol. d. Tiere, Bd. 18, pp. 1-35.
[Exakte Beschreibungen der Gelege verschiedener Arten aus dem Fluß Kljasma und Tümpeln bei Bolschewo/Rußland]


T
OWNSEND, C.R. & MCCARTHY, T.K. (1980): On the defence strategy of Physa fontinalis (L.), a freshwater pulmonate snail. Oecologia 46: 15-79.

[zum Verhalten des Abschüttelns von Schneckenegeln, aber auch Artgenossen]

W
IESE, V: (1991): Atlas der Land- und Süßwassermollusken in Schleswig-Holstein. Landesamt für Naturschutz und Landschaftspflege, Kiel. ISBN 3-923339-40-2.
[Verbreitungskarte von Schleswig-Holstein, Zeichnung und kurze Angaben zu Vorkommen]

weblinks:

Aquarienschnecken-Forum.de:                                                                                                                                                        [Beschreibung eines gemeinsamen Habitates mit Theodoxus fluviatilis, Fotos]
 Rote Listen Süßwassermollusken [Linksammlung]

ALEXANDER, J.E. & COVICH, A.P. (1991): Predation Risk and Avoidance Behavior in Two Freshwater Snails. Bid. Bull. 180: 387-393.
[Feindreaktion von Physella virgata und Planorbella trivolvis in Gegenwart von Procambarus simulans]

Atlasproject Nederlandse Mollusken (ANM): Physa fontinalis (LINNAEUS, 1758) Bron-blaashoren.
[Verbreitungskarte der Niederlande]

BERG, K. & OCKELMANN, K.W. (1959): The Respiration of Freshwater Snails. J. Exp. Biol. Vol. 36 No. 4 pp. 690-708.
[Untersuchung des Sauerstoffzehrung div. Süßwasserschneckenarten]

C
ARLSSON, R. (2006): Freshwater snail assemblages of semi-isolated brackish water bays on the Åland Islands, SW Finland. Boreal Environment Research ISSN 1239-6095, 11: 371-382.
[Vorkommen von Süßwasserschnecken in Buchten der Åland-Inseln]

C
IOBOIU, O. (2003): Diversity of Gastropoda in the Romanian sector of the Danube lower hydrographic basin.
[Darstellung der Vorkommen in Rumänien auf Flußgebietsniveau]

D
ALFREDDO, C. & MAIOLINI, B. (2004): Il popolamento malacologico di alcuni laghi trentini a confronto 70 anni dopo. Studi Trent. Sci. Nat., Acta Biol., 80 (2003): 175-177. ISSN 0392-0542
[u.a. Erstnachweis von P. fontinalis im Caldonazzo-See/Trentin/Italien]

Deutsche Malakozoologische Gesellschaft (Red.: W
IESE, V., Stand: 07/2008): Molluscs of Central Europe – Nomenklaturliste.
[Systematik europäischer Mollusken – auch mit deutschen Namen]

FUCHS, C. (2002): Cercarien aus Physa fontinalis. Webseite der Universität Bielefeld, Fakultät für Biologie, Parasitologie/Gewässerökologie, Arbeitsgruppe Mannesmann.
[im Raum Westfalen-Lippe in Physa fontinalis gefundene Trematodenfauna]

Fauna Europaea
 [europäische Systematik, Hinweise zur Verbreitung von Physa fontinalis]

H
EROLD, H. (1974): Zum Abwehrreflex bei Physa fontinalis (LINNAEUS) und Radix auricularia (LINNAEUS). Mitt. Zool. Ges. Braunau Bd. 2, Nr. 1/2, pp. 33-36.
[Beobachtungen zum Abwehrreflex]

National Biodiversity Network: Grid map of records on the Gateway for Common Bladder Snail Physa fontinalis
[Datenbank-basierte Verbreitungskarten der Britischen Inseln]

U
STAOĞLU, M. R. & BALIK, S. & ÖZBEK, M. (2001): Işıklı Gölü (Çivril-Denizli)’nün Mollusca Faunası. - Ege University Press, Volume 18, Issue (1-2): 135-139. ISSN 1300 – 1590.
[Malakozoologische Untersuchung; auch mit Angaben von Wasserwerten, in türkisch]

WÄGELE, H. & SCHÄFER, F.W. & SCHÄFER, A. & STANJEK, G.H. (Stand: 08.06.2008): Bauchborstenwürmchen, Chaetogaster limnaei. Ein auf Schnecken lebender Gliederwurm.
[website mit kurzer Vorstellung und Mikroskop-Fotos von Chaetogaster limnaei]

: Family Physidae. A supplement to the workbook accompanying the FMCS Freshwater Identification Workshop, University of Alabama, Tuscaloosa.
[Übersicht über die Gattung der Physidae, Anleitung zur Genitalpräparation]

WETHINGTON, A.R. & LYDEARD, C. (2007): A Molecular Phylogeny of Physidae (Gastropoda: Basommatophora) based on Mitochondrial DNA Sequences. Journal of Molluscan Studies pp. 1 of 17. Published by Oxford University Press on behalf of The Malacological Society of London.
[molekulargenetische Untersuchung der Physidae

W
IESE, V: (1991): Atlas der Land- und Süßwassermollusken in Schleswig-Holstein. Landesamt für Naturschutz und Landschaftspflege Schleswig-Holstein. ISBN 3-923339-40-2.
[Verbreitungskarte von Schleswig-Holstein, Zeichnung und kurze Angaben zu Vorkommen]

Wikipedia (Stand: 10.05.2008): Chaetogaster.
[Arten mit besonderem Augenmerk auf die Lebensweisen der Unterarten von Chaetogaster limnaei]


YILDIRIM, M. Z. & GÜMÜŞ, B. A. & KEBAPÇI, Ü. & KOCA, S. B. (2006): The Basommatophoran Pulmonate Species (Mollusca: Gastropoda) of Turkey. Turk J Zool 30: 445-458.
[Angaben über die Verbreitung der Pulmonata in der Türkei]

Z
ETTLER, M. L. (2000): Bewertung des ökologischen Zustandes von Fließgewässern in Mecklenburg-Vorpommern über die Malakofauna als Indikatororganismen. Natur und Naturschutz in Mecklenburg-Vorpommern. 35: 3-36.
[Angaben zu Habitaten und Verbreitung der Art auf Seite 16]

Z
ETTLER, M. L., ZETTLER, A. & DAUNYS, D. (2005): Bemerkenswerte Süßwassermollusken aus Litauen. Aufsammlungen vom September 2004. Malak. Abh. 23: 27-40.
[Fundortangaben für Litauen]

 

Seite aktualisiert am 08.12.2008

Autor: schneckli


internationale Trivialnamen für die Suchmaschinen:
englisch: Common Bladder Snail
französisch: Physe des fontaines
holländisch: Bron-blaashoren
lettisch: burbuļu kreiļgliemezis
polnisch: rozdętka pospolita
schwedisch: Allmän blåssnäcka
slovakisch: fyza pririečna
tschechisch: levatka říční

 

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