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Gyraulus sp. - flaches Posthörnchen

Gyraulus sp.

diverse Bezeichnungen

G.chinesis: chinesisches Posthörnchen

G.riparius: flaches Posthörnchen

Familie: Planorbidae subfam. Planorbinae Rafinesque, 1815
Gattung: Gyraulus (CHARPENTIER 1837 )

 

Beschreibung:

 

Das Gehäuse der Gyraulus chinensis (Dunker 1848) ist flach, durchscheinend und von heller Farbe, glänzend und spiralig gestreift. Es hat 3,5 - 4 schnell zunehmende, gerundete Umgänge.G. chinensis ca. 3,5 - 4 mm breit
Die Mündung (Gehäuseeingang) zeigt leicht nach oben.Die Oberseite ist leicht eingesenkt, bis auf den letzten Umgang. Der Körper hat dunkle Flecken.

 

Das Gehäuse der Gyraulus riparius ist fein gestreift, glänzend und durchscheinend. Die 3,5 Umgänge sind gedrückt und nehmen rasch zu. Der letzte Umgang besitzt in der Mitte eine deutliche Kante. Die Mündung ist elliptisch.G. riparius maximal 2,5 mm gross
 

Verbreitung:

Nord - , West - , Mittel - und Osteuropa, Nord- und Südamerika, Asien - die Gyraulus sp. findet globale Verbreitung. Gyraulus riparius wird in pflanzenreichen, stehenden Gewässern gefunden.

 

Die Gyraulus chinesis lebt in China vorwiedend in Reisfeldern, wurde verschleppt ind die Niederlande, ansonsten findet man sie in Süd Frankreich und den Mittelmeerländern

Vermehrung:

 

Als zwittrig angelegte Tiere kann jedes Individuum befruchten und befruchtet werden. Sie haben getrennte Geschlechtsorgane und sind zur Selbstbefruchtung fähig,allerdings erst nach Fremdsaamenaufnahme. Diese Schnecken legen kleine flache Gelege mit ca. 10 Eiern an Pflanzen oder die Aquarienscheiben. Je nach Umgebungstemperatur dauert der Schlupf eines Riparius Geleges bei 22 Grad maximal 7 Tage, während das der Chinensis bei 25 Grad 7 Tage Entwicklungszeit benötigt.

 

Verhalten:

 

Sie lebt auf hartem Substrat und ist beständig am Abweiden. Durch ihre geringe Größe ist sie kaum auffällig.

 

Futter:

 

Meist sehe ich sie an Grünalgen oder Pflanzenblättern und Stengeln den dort befindlichen Aufwuchs fressen. Selten findet man sie an zugeführtem künstlichem Futter.

 

Vergesellschaftung:

 

Sofern man diese Art beobachten möchte ist es ratsam, sie nicht mit Futterkonkurrenten zu vergesellschaften.
Eine wirklich große Population erhält man in einem Aquarium, das dem Sonnenlicht ausgesetzt ist mit entsprechendem Grünalgenbewuchs und Melanoides tuberculatus, M.maculatus oder anderen Bodenbewohnern als Gesellschaft.
Sobald Tiere aus der Pomacea Gruppe, Neritiden oder laichfressende Tiere mit hinzukommen, wird die Population langsam ausgerottet.

 

Allgemein:

 

Das Habitat der Gyraulus riparius, die in Deutschland vom Aussterben bedroht ist, sind stehende, pflanzenreiche Gewässer.
Das der Gyraulus chinesis sind die Reisfelder.
Von niemandem wirklich beachtet, verbreiten sie sich mit Pflanzen recht schnell in der Aquaristik. Zur Selbstbefruchtung fähig, reicht schon ein Tierchen, um ein schneckenloses Aquarium mit der eigenen Art zu bevölkern.
Die Gyraulus stellen eine sehr grosse Gattung dar und sind für uns Laien nicht bestimmbar.
Die bei den Aquarianern meist vertretenen Arten sind die Gyraulus chinensis und riparius. Sie wurden in die Niederlande, Süd-Frankreich und in die Mittelmeerländer eingeschleppt.
Entsprechend ihrer Herkunft lebt die G. chinensis durchaus erfolgreich in Becken mit 28 bis 30 Grad, während die einheimische G. riparius es lieber etwas kühler mag.

 

Parasiten:

 

Sie können Überträger des Riesendarmegels Fasciolopsis buski sein, sofern es sich um Wildfänge aus dem asiatischen Bereich handelt und dann noch zufällig aus dem passenden Verbreitungsgebiet des Egels. Meist sind die Gyraulus sp. jedoch schon seit Generationen in Aquarienhaltung und somit ist eine Übertragung dieser Parasiten eher unwahrscheinlich.

 

 

 Das untere Bild unterliegt dem Copyright von Thorsten Schmitz, Frechen

Gyraulus sp.

Literatur:

GLÖER, P. (2002): Süßwassermollusken Nord und Mitteleuropas. Bestimmungsschlüssel, Lebensweise, Verbreitung. In: Die Tierwelt Deutschlands. Conchbooks, Hackenheim. ISBN 3-925919-60-0.

[Angaben zu Merkmalen, Verbreitung usw.]

GLÖER, P & MEIER-BROOK, C. (2003): Süßwassermollusken. Ein Bestimmungsschlüssel für die Bundesrepublik Deutschland. Deutscher Jugendbund für Naturbeobachtung, Hamburg. ISBN 3-923376-02-2.

[Angaben zu Merkmalen, Verbreitungskarte für Deutschland]

 

 

Seite wurde aktualisiert am 29.12.2007

Autor: Alexandra Behrendt

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