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Theodoxus (Theodoxus) fluviatilis - Gemeine Kahnschnecke (LINNAEUS 1758)

Theodoxus fluviatilis006

Klasse:              Gastropoda (CUVIER 1795) – Schnecken
Unterklasse:   Prosobranchia (MILNE & EDWARDS 1848) – Vorderkiemer
Überordnung : Archaeogastropoda (T
HIELE 1925) – Altschnecken
Ordnung:         Neritaemorphi (K
OKEN 1896) – Kahnschneckenartige
Überfamilie:     Neritoidea (L
AMARCK 1809)
Familie:           Neritidae (L
AMARCK 1809) – Kahnschnecken
Gattung:         Theodoxus (M
ONTFORT 1810) – Kahnschnecken
Untergattung: Theodoxus (M
ONTFORT 1810)
Art:                 Theodoxus (Theodoxus) fluviatilis (L
INNAEUS 1758) – Gemeine Kahnschnecke

 

 

Beschreibung:

Das rechtsgewundene, halbeiförmige, dickwandige Gehäuse ist bis 9,3 mm lang, 6,1 mm breit und 4,6 mm hoch. Die wenigen Umgänge lösen sich im Laufe des Wachstums von innen auf. Der recht dicke Deckel (Operculum) ist halbmondförmig und fein paucispiral skulpturiert mit exzentrischem Nukleolus. An der Innenseite des Operculums befindet sich eine breite, spitz zulaufende Rippe, an der die Muskulatur zum Verschließen der Gehäuseöffnung ansetzt. Ein zusätzlicher, kürzerer Zapfen wie z.B. bei der Donau-Kahnschnecke (Theodoxus danubialis) ist nicht vorhanden.

Die Gehäuse männlicher und weiblicher Tiere unterscheiden sich nicht.

Die Färbung der Gehäuseoberseite ist auch innerhalb lokaler Populationen äußerst variabel: Auf weißlichem oder gelblichem Grund sind verschiedenste violettbraune, rötliche oder schwarze Zeichnungen möglich. Oft ist dabei ein Muster heller und dunkler Längsstreifen mit tropfenförmigen Flecken überlagert. Das Muster heller Flecken kann sich so verdichten, daß sie sich zu einer Netzstruktur verbinden. Selten sind Tiere mit hellen Querstreifen zu finden. Helle Zeichnungen können auch ganz fehlen.

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Theodoxus fluviatilis Operculum
Theodoxus fluviatilis Operculum
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NEUMANN (1959, s. Literatur) stellte fest, daß das Längsstreifenmuster offenbar genetisch bedingt ist, die viel auffälligeren Fleckenmuster sich aber bei Verletzungen des Mantelrandes oder Wachstumsunterbrechungen spontan ändern können. Außerdem konnte er zeigen, daß die Farbmustervariabilität der Art von der relativen Kationenzusammensetzung beeinflußt wird. So wurde experimentell durch Verringerung des Ca/Mg-Verhältnisses auf <0,5 bei der Mehrzahl der Tiere ein sukzessiver Musterumschlag vom üblichen Fleckenmuster zu einem mit hellen Querstreifen ausgelöst. Der Salzgehalt, die Qualität des Futters und die Wachstumsgeschwindigkeit haben offenbar keinen wesentlichen Einfluß auf die Farbmustervariabilität; die Temperatur höchstens untergeordnet. Die Gehäuseunterseite ist meist ungemustert hell. Der Deckel ist orange-rötlich mit blutrotem Rand.

Die nur rund 70% der normalen Größe errreichende Brackwasserform ist weniger kontrastreich gefärbt. Innen sind die zarteren Gehäuse gelblich gefärbt.

Der hellgraue, seitlich meist etwas dunkel pigmentierte Körper des Tieres ragt kaum unter dem Gehäuse hervor. Bei aktiven Tieren sind oft lediglich die langen, fadenförmigen Fühler zu sehen.

Theodoxus fluviatilis Unter und Oberseite
Theodoxus fluviatilis feine Fühler
Theodoxus fluviatilis Operculum, rote Linie

Die enorme Variabilität der Färbungen, aber auch lokal unterschiedliche Ausprägungen des Gewindes, der Wandstärke usw. führten zu einer Vielzahl von Beschreibungen verschiedener Formen der Art. Inwiefern es sich hierbei auch tatsächlich um genetisch feststellbare Unterschiede handelt oder es lediglich Reaktionsformen auf die jeweiligen Umweltverhältnisse sind, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt.

Verbreitung, natürliches Habitat:

Die Gemeine Kahnschnecke ist nahezu im gesamten klimatisch gemäßigten und warm-gemäßigtem Europa verbreitet: Von Südschweden bis Italien, von Spanien bis Finnland, von Irland bis nach Rußland (Dnepr, Desna, Dnestr, Unterlauf des Bug, Don) und der westlichen Türkei. Nach einer weiten Verbreitungslücke im Irak tritt die Art auch im iranischen Hochland auf. Von Ungarn aus verbreitet sich die Art seit etwa 1987 Jahre donauaufwärts in die Slowakei (K
OŠEL 2004).

In Deutschland ist sie in der norddeutschen Tiefebene, besonders noch im östlichen Hügelland von Schleswig-Holstein, in Mecklenburg-Vorpommern und in Nord-Brandenburg weit verbreitet; im übrigen Deutschland sind die Populationen stark schwindend. Vereinzelt findet man die Art noch in norddeutschen Flüssen (Weser und Ems), in der Lippe im Ober- und Mittellauf, im Rhein, in der Mosel, im Main, im Neckar und in der Fränkischen Saale. Die Gemeine Kahnschnecke fehlt in den Alpen und deren nördlichen Vorländern.

Man findet sie in kleineren und größeren Flüssen mit mindestens mäßiger Fließgeschwindigkeit. Außerdem an den Einmündungen in die Ostsee sowie im Brandungsbereich größerer Seen. In der Biotoptypenkartierung mehrerer deutscher Bundesländer gilt sie als charakteristische Art naturnaher Bach- und Flußabschnitte. Als Substrat werden möglichst wenig verschlammte Bereiche mit Steinen und/oder Holz bevorzugt. Im Fluß Tiza/Ungarn wurde die Art ungewöhnlicherweise besonders häufig auf tonigem Boden gefunden. In Seen der Åland-Inseln (C
ARLSSON 2000) kann sie auch an der Unterseite von Teichrosen gefunden werden.

Die Brackwasserform Theodoxus fluviatilis f. littoralis der Ostseeküsten ist südlich der Åland-Inseln verbreitet. Dort leben die Tiere in Ufernähe auf Seetang (Fucus vesiculosus) und Seegras (Zostera marina), offshore in der Ostsee bis 20m Wassertiefe auf Steingrund. Sie ist auch aus den Niederlanden, dem Bereich des Schwarzen Meeres (Odessa/Ukraine; Dnjepr-Ästuar), Ästuaren der nördlichen Ägäis und des Marmarameeres bekannt.

Zwei Habitate in Norddeutschland, in denen die Art nach eigenen Untersuchungen gefunden werden konnten, sind mit Fotos und Wasserwerten unter folgenden Links kurz vorgestellt:
0003, 0027
Weitere Berichte zu Fundorten in Deutschland sind in verschiedenen threads im Aquarienschnecken-Forum (s. weblinks) zu finden.

 

Wasserwerte:

Die Populationen der Brackwasserform vertragen einen Salzgehalt bis 15‰ (nach S
KOOG (1978) sogar bis zu 18 PSU in der südlichen Ostsee; in CARLSSON 2006). Experimentell ließen sich Individuen der Nominatform aus Süßwasser nicht an annähernd hohe Salzgehalte adaptieren.

Das Fehlen der Kahnschnecke im überwiegenden Teil Finnlands wird auf zu geringe Karbonathärte (< 2°dH), allgemein saurer Gewässer und der hohen Konzentration an Huminsäuren erklärt (CARLSSON 2000). Der Autor fand Kahnschnecken auf den Åland-Inseln/Finnland in Seen mit minimal 2,88°dH und einer Leitfähigkeit von minimal 120µS/cm².

STAŃCZKOWSKA et al. (1983) stellten u.a. nach Untersuchung von 42 polnischen Seen fest, daß T. fluviatilis in eutrophen Gewässern signifikant seltener als in meso- oder oligotrophen Seen zu finden ist.

Nach eigenen Beobachtungen konnte die Art in Gewässern mit folgenden Wasserwerten gefunden werden:
Abfluß eines Sees mit wenig Strömung, Kies- und Steinsubstrat in Schleswig-Holstein bei Kiel an Steinen und Holz: 6°C (25.12.2006), 16°C (10.09.2007); GH = 13-16°dH; KH = 9-11°dH; pH = 7,5-8,0; NH3/NH4 ~ 0,25mg/l; NO2 < 0,3mg/l; NO3 ~ 10mg/l.
Eingestauter Fluß mit Schlammsubstrat, wenig Strömung bei Rostock/Mecklenburg-Vorpommern an Holz (29.07.2007): 19°C; GH = 15°dH; KH = 9°dH; pH = 7,5; NH3/NH4 ~ 0,25mg/l; NO2 < 0,3mg/l; NO3 ~ 5mg/l.

Für zwei verschiedene Fundorte im Oberlauf des Flusses Yavurlakçay in der Provinz Muğla/Türkei ermittelten USTAOĞLU et.al. (2003) folgende Jahresmittelwerte:
14,0-14,1°C; pH = 7,3-7,8; O2 = 7,5-10,1mg/l; O2-Sättigung = 78-99%; Leitfähigkeit = 406-412µS; Salzgehalt 0,20‰; SBV = 3,6-3,7.

Nach eigenen Untersuchungen konnte T. fluviatilis an weiteren Fondorten im Westen der Türkei bei folgenden Wasserwerten gefunden werden:
Bewässerungskanal im Oberlauf des Yavurlakçay an Betonwandungen in Bereichen starker bis mäßiger Strömung: 13,7°C (16.04.2008); GH = 11°dH; KH = 7°dH; pH = 8.
In Quellbächen, unmittelbar nach dem Quellaustritt, mit unterschiedlich starker Strömung, Stein- und Kiessubstrat in der Provinz Muğla/Türkei: 15,3°C (10.04.2008); KH = 9°dH; pH = 7,5; Salzgehalt = 1,7‰.
An zwei Fundorten im Eğirdir Gölü, Provinz Isparta/Türkei konnte eine Form/Unterart von T. fluviatilis an Steinen mit geringem Algenbelag, z.T. der Brandung ausgesetzt: 15,3°C (21.04.2008), 18,5°C (22.04.2008); GH = 10°dH; KH = 8,5-9,5°dH; pH = 8,0-8,2.

Die Dauerhaltung kann im Kaltwasseraquarium erfolgen, am natürlichsten mit jahreszeitlichen Temperaturschwankungen zwischen 4 und 25°C. Besonders bei höheren Sommertemperaturen ist auf eine reichliche Belüftung zu achten. Zur Vermeidung von Streß und Korrosionsschäden am Gehäuse ist ein pH-Wert von etwa 7,5 bis 8,5, eine Gesamthärte >12 und eine Karbonathärte >8 zu empfehlen.

Fortpflanzung:

Die Geschlechtsreife wird in der Natur erst im Alter von knapp zwei Jahren bei einer Gehäuselänge von etwa 7mm erreicht. Bei Haltung im Zimmeraquarium kann die Geschlechtsreife bei z.B. 25°C aber auch schon in 4 Monaten erreicht werden.

Die Kahnschnecken sind getrenntgeschlechtlich. Das männliche Tier hat an der Basis des rechten Fühlers ein Begattungsorgan. Das Weibchen hat ebenfalls an der rechten Körperseite, unter dem Mantelrand eine Öffnung zur Befruchtung und eine weitere zum Entlassen der Eikapseln.

Ab Mitte April bis Oktober legt das Weibchen die 0,8-1,2 mm großen flach-eiformigen Kapseln einzeln in kleine Vertiefungen rauher Steine oder an den Gehäusen der Artgenossen ab.
In jeder der mit 50-100 Eiern gefüllten, kalkigen Eikapseln entwickelt sich i.d.R. nur ein Jungtier. Die übrigen Eier der Kapsel werden von diesem als Nahrung gebraucht. Je nach Umgebungstemperatur schlüpft das 0,5 bis 1mm große Jungtier nach 4 bis 8 Wochen (z.B. 20°C: 65d, 25°C: 30d).


Lebenserwartung:

Das erreichbare Alter der Theodoxus liegt in der Natur bei 2-3 Jahren; im Aquarium bei  Zimmertemperatur bei etwa 2 Jahren.
 

Nahrung:

Durch Untersuchungen aus der Natur entnommener Tiere ist bekannt, daß sich Theodoxus fluviatilis hauptsächlich von Diatomeen (Kieselalgen), zu wesentlich geringeren Anteilen auch von Detritus und Grünalgen ernährt. Der Aufbau ihrer Radula ist darauf spezialisiert die harten Kieselalgen an hartem, leicht rauhem Untergrund zu zerreiben. Sehr glatter Untergrund (z.B. Aquarienscheiben) oder weicher Untergrund (Wasserpflanzen, Mulm) ermöglicht es ihr nicht auch weichere Algenzellen so zu zerkleinern, daß deren Verdauung möglich ist.

Im Aquarium frißt sie Algen und den Mulm im Aquarium, besonders, wenn diese Nahrung an hartem Substrat zu finden ist. Auf Zusatzfutter wie Gemüse oder Trockenfutter reagiert sie nicht. Lebende Pflanzen werden nicht angeknabbert.

Erfolgreiche Zufütterung mit einer gesondert in Reinkultur gezüchteten, einzelligen Grünalge (Chlamydomonas eugametos) wurde durch NEUMANN (1959) beschrieben.

Verhalten:

Entsprechend ihren Nahrungsgewohnheiten ist die Kahnschnecke in der Natur besonders an Steinen oder Holz zu finden.
Die Art ist das ganze Jahr über aktiv / hält keine Winterruhe. Sie ist nachts etwas aktiver als tagsüber.

Im Aquarium ist sie hauptsächlich auf Steinen und an den Aquarienscheiben zu beobachten. Außerdem auf Holz, weniger an Wasserpflanzen. Dabei ist auffällig, daß feingliedrige Pflanzen besonders gemieden werden. Ausflüge bis 1cm über dem Wasserspiegel werden nur ausnahmsweise unternommen.


Vergesellschaftung im Freiland und im Aquarium:

Allgemein bieten die Kahnschnecken (Theodoxus sp.) Freßfeinden kaum Angriffsfläche, da ihr Körper komplett durch das Gehäuse bedeckt ist und nur ihre dünnen Fühler darunter hervorschauen. Auch die Eikapseln sind durch Kalkeinlagerung gut vor Laichräubern geschützt.

Im Freiland Deutschlands wurde an Fundorten der Gemeinen Kahnschnecke nach Beobachtungen verschiedener user des Aquarienschnecken-Forums neben anderen Wasserschnecken auch Flußkrebse (Orconectes limosus, Astacus astacus) sowie diverse Fischarten (z.B. Perca fluviatilis, Rutilus rutilus) gefunden. Sowohl von den Flußkrebse als auch von den genannten Fischen ist bekannt, daß sie sich auch Wasserschnecken ernähren. KOŠEL (2004) beobachtete einen Rückgang der Population der Flußnapfschnecke (Ancylus fluviatilis) in Bratislava, den er auf Nahrungskonkurrenz durch die hier kürzlich eingewanderten Kahnschnecken zurückführt.

Im Aquarium läßt sich beobachten, daß sich die Kahnschnecken bei dauerhafter, leichter Störung (z.B. aufdringliche Zwerggarnelen der Gattungen Caridina oder Neocaridina) mit seitlich unter dem Gehäuserand versteckten Fühlern weitgehend unbeeindruckt weiterbewegen. Die Vergesellschaftung mit anderen Wasserschnecken (auch Apfelschnecken) sowie div. Fischen (z.B. Rasboras sp., Etheostoma bellator, Gobio gobio, Leucistus leucistus (juv.)) führt zu keinen Verlusten unter den Kahnschnecken oder deren Gelegen. Eine Vergesellschaftung mit größeren Flußkrebsen (Cherax sp.) ist nicht zu empfehlen.

Bei gemeinsamer Haltung von Theodoxus fluviatilis mit aus der Türkei stammenden Schwarzmeer-Kahnschnecken Theodoxus euxinus im Kaltwasseraquarium konnten besonders im Frühjahr häufig Paarungen / Paarungsversuche beobachtet werden. Da bisher aber noch keine aufgrund ihrer Musterung als Hybriden einzustufenden Jungtiere festgestellt wurden, scheint keine erfolgreichen Befruchtungen erfolgt zu sein.

 

Gefährdung:

Die Gemeine Kahnschnecke ist auf der bundesweiten Roten Liste Deutschlands als stark gefährdet eingestuft (1998). Die Bestände sind nahezu überall seit Jahrzehnten rückläufig; regional ist die Art bereits ganz verschwunden.
Im Jahre 2004 wurde sie zum Weichtier des Jahres gewählt, weil sie auch für viele andere Arten steht, die durch Gewässerverschmutzung und –begradigung gefährdet sind.
In der Schweiz (1994) gilt die Gemeine Kahnschnecke als vom Aussterben bedroht, in Tschechien als ausgestorben, in den Niederlanden (2004) und Slovenien (2001) als gefährdet. In Lettland wird die Art als „potentiell gefährdet“ auf der Roten Liste geführt und ist gesetzlich geschützt (2003).
Auf der internationalen Roten Liste der IUCN (1994), denjenigen von Estland (Jahr?) und Polen (2004) wird sie nicht geführt.

Unterarten, Formen:

Als heimische Unterart ist in der Literatur die
Brackwasser-Kahnschnecke (
Theodoxus fluviatilis littoralis L
INNAEUS 1758) beschrieben.
Nach ZETTLER et al. (2004, s. weblinks) sind jedoch keine signifikanten Unterschiede zur Nominatform in Gehäuseform, Operculum oder Radula feststellbar. BUNJE & LINDBERG (2007) bestätigten nach genetischen Untersuchungen, daß eine Abtrennung als Unterart als taxonomischer Irrtum anzusehen ist.

Eine Vielzahl weiterer Unterarten und Formen mit taxonomisch z.Zt. noch (?) anerkanntem Status sind aus Südeuropa beschrieben:
Theodoxus fluviatilis sardous (MENKE 1830)
Theodoxus fluviatilis subthermalis (ISSEL 1865)
Theodoxus fluviatilis thermalis (DUPUY 1851)
Theodoxus fluviatilis transversetaeniatus (A. J. WAGNER 1928)

Dagegen sind nach neuesten Untersuchungen der Universität Gießen (pers. Mitt. 2008) die meist als Form oder Unterart Theodoxus fluviatilis euxinus bezeichneten Tiere der Schwarzmeer-Region nun als der Gemeinen Kahnschnecke zwar nahe verwandte, aber doch eigenständige Art Theodoxus euxinus (CLESSIN 1887) aufzufassen.

Literatur:

B
UNJE, P.M.E. & LINDBERG, D.R. (2007): Lineage divergence of a freshwater snail associated with post-Tethys marine basin development. Elsevier Molecular Phylogenetics and Evolution 42: 373-387.
[vergleichende genetische Untersuchung von Arten der Gattung Thedoxus]

F
ECHTER, R. & FALKNER, G. (1990): Weichtiere. Mosaik Verlag GmbH, München. ISBN 3-570-03414-3.
[Farbfotos lebender Tiere, Gehäuse, Operculum. Kurzbeschreibung auch anderer europäischer Theodoxus sp.]


G
LÖER, P. (2002): Süßwassermollusken Nord und Mitteleuropas. Bestimmungsschlüssel, Lebensweise, Verbreitung. In: Die Tierwelt Deutschlands. Conchbooks, Hackenheim. ISBN 3-925919-60-0.

G
LÖER, P & MEIER-BROOK, C. (2003): Süßwassermollusken. Ein Bestimmungsschlüssel für die Bundesrepublik Deutschland. Deutscher Jugendbund für Naturbeobachtung, Hamburg. ISBN 3-923376-02-2.

N
EUMANN, D. (1959): Morphologische und Experimentelle Untersuchungen über die Variabilität der Farbmuster auf der Schale von Theodoxus fluviatilis L.. Z.Morph. Ökol. Tiere Bd. 48, 349-411.

S
CHÜTT, H. (1965): Zur Systematik und Ökologie türkischer Süßwassergastropoden. Zoologische Mededelingen, Rijksmuseum van naturlijke Historie te Leiden.
[Übersicht über einen Teil der türkischen Süßwassergastropoden]
 

weblinks:

Aquarienschnecken-Forum.de:
 [allgemeiner thread zur Nahrung von Theodoxus sp. im Aquarium]

[thread mit Bildern und zur Schutzsituation von Theodoxus fluviatilis]
[thread zur Vermehrung von Theodoxus fluviatilis im Aquarium]
[allgemeiner thread zu Verhalten und Vergesellschaftung von Theodoxus sp. im Aquarium]
Rote Listen Süßwassermollusken. [Linksammlung Roter Listen im www]
Aquarienschnecken-Forum.de: [threads zu Tümpeltouren nach Th. fluviatilis – mit Habitatbildern]
KLICK#1
KLICK#2

KLICK#3


Arbeitskreis Mollusken NRW: Weichtier des Jahres 2004
[Kurzvorstellung von Th. fluviatilis und ihrer heimischen Verwandten]

Atlasproject Nederlandse Mollusken (ANM): Theodoxus fluviatilis (Linnaeus, 1758) Zoetwaterneriet.
[Verbreitungskarte der Niederlande]

B
UTENKO, O. (2001): Mollusks of Theodoxus genus (Gastropoda, Neritidae) in the Odessa Bay (the Black Sea). Ekologiya Morya (58). pp. 27-28.
[T. euxinus und neuerdings auch T. fluviatilis in der Bucht von Odessa/Ukraine; auf russisch]


C
ARLSSON, R. (2000): The distribution of the gastropods Theodoxus fluviatilis (L.) and Potamopyrgus antipodarum (Gray) in lakes on the Åland Islands, southwestern Finland. Boreal Environment Research ISSN 1239-6095, 5: 187-195.
[Vorkommen auf den Åland-Inseln]


C
ARLSSON, R. (2006): Freshwater snail assemblages of semi-isolated brackish water bays on the Åland Islands, SW Finland. Boreal Environment Research ISSN 1239-6095, 11: 371-382.
[Vorkommen von Süßwasserschnecken in Buchten der Åland-Inseln]


C
LAPARÈDE, A.R.E. (1857): Anatomie und Entwicklungsgeschichte der Neritina fluviatilis. In: Archiv für Anatomie, Physiologie und wissenschaftliche Medicin. pp. 109-248.
[Beschreibung der mikroskopisch sichtbaren Anatomie von Theodoxus fluviatilis]


Deutsche Malakozoologische Gesellschaft
(Red.: WIESE, V., Stand: 02/2008): Molluscs of Central Europe – Nomenklaturliste.
[Systematik europäischer Mollusken – auch mit deutschen Namen]

Fauna Europaea
[europäische Systematik]

F
ISCHER, W.: Checklist of Austrian Mollusca.
[Habitat- und Gehäusebilder]

K
OŠEL, V. (2004): Theodoxus fluviatilis (Gastropoda) – nový invázny druh v strednej Európe? Zoologické dny Brno 2004, Sborník abstraktů z konference 12.-13. února 2004. p. 51.
[zur Ausbreitung von Theodoxus fluviatilis und Wiedereinführung von Esperiana esperi in der Slovakei; in tschechisch]

National Biodiversity Network: Grid map of records on the Gateway for Freshwater Nerite (Theodoxus fluviatilis).
[Datenbank-basierte Verbreitungskarte der Britischen Inseln]

S
HUBRAT, YU. (2007): Complex Analysis of the Conchological Indications of Theodoxus Species of Ukraine. VISNYK OF LVIV UNIV. Biology series. 2007. Is. 45. P. 154-159.
[Vermessung und statistische Auswertung der Gehäuse von T. fluviatilis, T. danasteri und T. euxinus ukrainischer Populationen; auf russisch]


S
LOBODNÍK, J. et al. (2005): Final report on sampling, chemical analysis and ecotoxicological studies.
[Beschreibung von Fundorten, ökol. Ansprüchen, Unterscheidungsmerkmalen u.a. von Th. fluviatilis und Th. danubialis in der Donau]

U
STAOĞLU, M. R. & BALIK, S. & ÖZBEK, M. (2003): Yuvarlakçay’ın (Köyceğiz-Muğla) Mollusca Faunası. - Ege University Press, Volume 20, Issue (3-4): 433-438. ISSN 1300 – 1590.
[Malakozoologische Untersuchung; auch mit Angaben von Wasserwerten, in türkisch. Die Angabe von T. fluviatilis fluviatilis bezieht sich nach eigenen Untersuchungen richtigerweise auf T. euxinus; ebenfalls fehlbestimmt wurde T. fluviatilis f. nigricans als T. subthermalis]

Y
ILDIRIM, M. Z. (2003): The Gastropods of Lake Eğrirdir. Turk J Zool 28 (2004): 97-102.
[exakte Fundortangaben einer Unterart/Form von Th. fluviatilis für den Eğrirdir- See, Gehäusefotos - die Art wird hier unrichtigerweise als T. heldreichi heldreichi genannt]


Z
ETTLER, M. L. (2000): Bewertung des ökologischen Zustandes von Fließgewässern in Mecklenburg-Vorpommern über die Malakofauna als Indikatororganismen. Natur und Naturschutz in Mecklenburg-Vorpommern. 35: 3-36.
[gute Habitatangaben auf S. 6 und 8 – auch gut vergleichbar mit anderen heimischen Arten]

Z
ETTLER, M. L. & RICHARD, D. (2004): Süßwassermollusken auf Korsika. Kommentierte Aufsammlungen vom Sommer 2003 mit ausführlichen Bemerkungen zu Theodoxus fluviatilis. Malakologische Abhandlungen. 22: 3-16. ISSN 0070-7260.
[Theodoxus fluviatilis auch auf Korsika]

Z
ETTLER, M. L. et.al. (2004): Morphological and Ecological Features of Theodoxus fluviatilis (LINNAEUS, 1758) from Baltic brackish Water and German freshwater Populations. Journal of Conchology. Vol. 38 No. 3: 305-316.
[zum Status der „Unterart“ Theodoxus f. littoralis]

Z
ETTLER, M. L. & RÖHNER, M. (2004): Verbreitung und Entwicklung des Makrozoobenthos der Ostsee zwischen Fehmarnbelt und Usedom – Daten von 1839 bis 2001. – In: Bundesanstalt für Gewässerkunde (HRSG.), Die Biodiversität in der deutschen Nord- und Ostsee, Band 3. Bericht BfG-1421, Koblenz
[Kurzbeschreibung von Theodoxus fluviatilis littoralis mit Verbreitungskarte]



internationale Trivialnamen für die Suchmaschinen:
englisch: Freshwater Nerite = River Nerite
französisch: Nérite fluviatile
holländisch: Zoetwaterneriet
japanisch: Europe Kanoko = ヨーロッパカノコ
lettisch: upju raibgliemezis
polnisch: rozdepka rzeczna
russisch: НЕРИТИДА ПРЕСНОВОДНАЯ
schwedisch: Båtsnäcka
slovakisch: teodox európsky
tschechisch: zubovec říční
ukrainisch: лунка річкова
ungarisch: Folyami bödöncsiga

 

Autor: schneckli

Seite aktualisiert am 04.01.2009

 

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