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Tylomelania Sarasin u. Sarasin, 1897

Klasse:               CAENOGASTROPODA COX, 1959

Ordnung:           CERITHIOIDEA FARUSSAC, 1819

Familie:             PACHYCHILIDAE TROSCHEL, 1857

Gattung:             TYLOMELANIASARASIN & SARASIN, 1897

Die Tylomelania aus Sulawesi zeigen sich in Grösse, Farben und Formvielfalt variabel. Sie scheinen je nach Art anpassungsfähig an das Minibiotop Aquarium.

Sie haben spezifischen Ansprüche, denen wir gerecht werden müssen.

Tylomelania- towutensis
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Tyweiss
Tylomelania patriarchalis
diverse Tylomelania
Tylomelania sp- orange

Neue Arten aus dem Pososee und einmündenden Flüßen

Tylomelania perfecta0102
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Zusammenfassende Beschreibung:

Die einzelnen Arten zeigen sich in Form und Skulpturierungen sehr unterschiedlich. Ob lang , konisch mit starken Rippen, sei es Axial oder Spiral, gibt es sie auch in klein oval und glatt.

Die Gattung Tylomelania weisen Gehäusegrössen zwischen 10 und 117 mm auf, deren Spitze meist korrodiert ist. Sie besitzen durchweg einen Deckel, mit zentral liegendem Kern und 5 – 11 Ringen. (Paucispirales Operculum)

Körper und Fuss dieser Wasserschnecke sind Farben - und kontrastreich.

 Von unifarben orange, creme, weiss und schwarz über „getigerte“ schwarz orange, gelb und graue Exemplare, zu schwarzen mit weissen Punkten, oder dunkelbraunen mit Orangenen Tentakeln ist alles vertreten.

Die Fühler sind gerade, an deren Basis sitzen die schwarzen Augen, der Rüssel hebt sich deutlich ab und scheint sehr lang und weich zu sein. „knuffig“ eben ;o)

Verbreitung und natürliches Habitat:

Sulawesi

Auf Sulawesi herrschen unterschiedliche Klimazonen, dies ist durch deren ungewöhnliche Form bedingt.

Grossteils sind die Gebirgszüge mit Tropenwald bedeckt. Die Temperaturen liegen im Tiefland und an der Küste das ganze Jahr zwischen 28 und 32 Grad. In der (Regenzeit ca. 2 Grad weniger)

Die Tylomelania findet man in den Malliliseen und dem Pososee und den dazugehörenden Flüssen auf hartem und weichen Grund, je nach Art.

Die höchste Populationsdichte wurde in der Tiefe zwischen 1 – 2 Metern gefunden, ab 20 m nimmt diese stark ab. Selbst in Tiefen von 20 m herrschen noch 27 Grad vor.

Aus dem Pososee ( 500 m.ü.M.) und den Malili Seen, genauer dem Matanosee 400 m.ü.M. kommen die folgenden Arten, die auf dieser Seite vorgestellt werden. Diese Seen liegen in Zentral Sulawesi. Der Matanosee, ist ein Weichwasser See, dessen maximal gemessener  Ph - Wert bei 8,5 liegt.

Der max. gem. Ph - Wert des Poso - See liegt bei 8. Leider liegen mir keine Daten über die Wasserhärte vor.

 

Werte aus den Habitaten:

Matanosee gemessen  am Nord und Südufer Mai/ 2008

Temp.    29,5
Leitwert 191 - 227
PH           8,6
gH           7
kH           5
NH4        0
NH3        0
NO2        0
NO3        0
PO4        1,0
FE           0
CU           0

Towutisee eine Messung im Norden

Temp. 32°c kurz unter Oberfläche 29°c in 3m Tiefe.


Leitwert 181
PH           8,3
gH             6
kH           5 - 6
NH4          0
NH3          0
NO2        0
NO3        0
PO4        2,0
FE           0
CU           0

 

Mein Dank geht an Carsten und Frank Logemann, für die Übermittlung der Wasserwerte. THX a lot.

 

 

Vermehrung:

Als Vorderkiemer sind sie getrenntgeschlechtlich angelegt, es gibt Männchen und Weibchen. Nicht bewiesen, aber höchstwahrscheinlich ist, daß das Männchen das Weibchen durch die Übergabe eines Spermatophors befruchtet.

Im Brutbeutel des Weibchens wachsen die Jungtiere, bis zum Schlupf heran. Sie liegen in dem fächerförmigen Beutel in einer Nährsubstanz, demzufolge sind die Tiere wohl ovovivipar.

Die Embryonen sind je nach Art zwischen 2,8 und 17,5 mm gross.

Bisher noch nicht ganz geklärt ist die vollständige Funktion der Rinne, welche rechtsseitig am Körper bis zum Fuss entlang verläuft. Es ist wohl eine Fortpflanzungsrinne, die über den Fuss, am Kopf hinter den Tentakeln in einer Mantelfalte mündet.

Mura von water-box.de durfte eine Geburt beobachten.

Die Mutterschnecke dreht sich zur Seite, so daß die Mündung seitlich zu liegen kommt.                  Nach kurzer Zeit erscheint ein weisses weiches Ei unterhalb der Mündung, an der Stelle, in die die Fortpflanzung ( Geburts - ) rinne endet. Das Ei wird über die Rinne, vermutlich durch Kontraktionswellen abwärts bis zum Fuß der Schnecke geleitet.

Dieser Vorgang dauerte ca. 5 Minuten.  Dort angekommen, beginnt sich die weiße Masse aufzulösen, ein fertig entwickeltes Jungtier kommt zum Vorschein und schneckt sofort los, um Nahrung zu suchen. Eine einmalige Beobachtung.

 

Nahrung:

Die aus der Natur entnommenen Tiere weissen in ihrem Magen Sand und Diatomeen auf.

Im Aquarium wühlen sie sich gerne durch den Mulm, nehmen Staubfutter jeder Art an.

Einige Arten fressen Gurken und Paprika. Aktiv an Mückenalarven oder Aas habe ich zwei Arten beobachtet.

Verhalten im Aquarium:

Manche Arten zeigen sich nicht nur durch das Licht irritiert, sondern reagieren stark auf mechanische Belästigungen durch Garnelen.

Die Arten suchen in den ersten Tagen Kontakt zueinander , pressen ihre Köpfe mehrmals täglich fest aneinander.

Die starke Kontaktaufnahme verliert sich nach den ersten Wochen, sobald sie ihr Terrain erkundet und akzeptiert haben.

Jede Art hat ihre kleinen spezifischen Eigenarten, die in den einzelnen Artbeschreibungen beleuchtet werden.

Keine der Schnecken gräbt sich in den Grund.

 

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Entlassen eines Eis
Fortpflanzungsnut
Tylomelania sp und Tylomelania patriarchalis

Das Aquarium:

Da alle Tiere momentan Wildfänge sind zeigen sie nach dem sorgsamen Einsetzen ein Unbehagen, bei zuviel Licht. Sie sollten Rückzugsmöglichkeiten, sogenannte Dunkelecken im Aquarium vorfinden.

Die Temperatur des Weichwassers sollte zwischen 27 und 29 Grad liegen , ein Aquarium unter 60 cm ist nicht passend.

Recht zügig erkunden die Tylomelania ihre neue Umgebung.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die hier forgestellten Tylomelania erfolgreich bei Ph-Werten zwischen 7,5 - 8,7 gehalten werden.

 Diverse Aufhärtversuche haben gezeigt, sie kommen auch mit Mittelhartem Wasser zurecht, jedoch zeigen sie schnell Ermüdungserscheinungen im Hartwasser.

 Wobei auch bei diesen Schnecken zu gelten scheint, passt das Umfeld ansonsten, nehmen sie auch härteres Wasser hin.

Da ich Arten gemischt halte, stehen sowohl Sand und Lehmgrund für die Weichsubstratler, alsauch Hartsubstrat in Form von Steinaufbauten zur Verfügung, Kies erwies sich als ungeeignet. Das Einbringen von Laub und Holz ist Pflicht.

Alle von mir gehaltenen Tylomelania zeigen sich als nicht Fisch kompatibel.

Auch auf grosse Ansammlungen von Garnelen reagieren sie mit Ausnahme von zwei Arten sehr empfindlich. Die Haltung mit anderen Tylomelania und Vivipariden ist unkompliziert, auch mit ein oder zwei Muscheln hat sie keine Probleme, die Muschel auch nicht, solange genug gefüttert wird.

 

Allgemeines:

In ihrem Habitat stehen die Tylomelania sowohl auf der Speiseliste von Krabben, als auch gelegentlich auf dem der Einheimischen. Die Tylomelania sollen gegen Magenbeschwerden und Schwangerschaftsbeschwerden helfen ;o) – but keep care, don´t  taste them.

Ich bedanke mich bei Thomas von Rintelen, Humboldt Universität Berlin, der sich die Zeit genommen hat mir diese Schnecken näher zu bringen und das Zuweisen von Textdokumenten der wissenschaftlichen Arbeiten.

Ich verweise auf das Patenschaftsprogramm der Humboldt Universität.

 

 

 

 

Datzcover103

Ein ausfürlicher Artkel, mit tollen Bildern von Chris Lukhaup,

findet ihr in der Datz 3/2008

vom Ulmer Verlag.

sympathisch und bizarr - Schnecken aus Sulawes

Weblinks:

 

reisedokumentation http://www.sommer-fern.de

 

http://www.divetheworldindonesia.com/de/de-sulawesi-tourist-information.htm

 

SYS TAX http://www.biologie.uni-ulm.de

 

Literatur:

Rintelen, T. von, Wilson, A.B., Meyer, A. & Glaubrecht, M. 2004 Proceedings of the Royal Society London Ser. B, 271: 2541-2549

 Escalation and trophic specialization drive adaptive

radiation of freshwater gastropods in ancient lakes on

Sulawesi, Indonesia

Thomas von Rintelen, Anthony B. Wilson, Axel Meyer and

Matthias Glaubrecht

Rintelen, T. von & Glaubrecht, M. 2003. Journal of Molluscan Studies, 69: 3-17

 NEW DISCOVERIES IN OLD LAKES: THREE NEW SPECIES OF

TYLOMELANIA SARASIN & SARASIN, 1897 (GASTROPODA:

CERITHIOIDEA: PACHYCHILIDAE) FROM THE MALILI LAKE

SYSTEM ON SULAWESI, INDONESIA

THOMAS VON RINTELEN AND MATTHIAS GLAUBRECHT

Rintelen, T. von & Glaubrecht, M. 2005 Biological Journal of the Linnean Society, 85: 513-542.

 Anatomy of an adaptive radiation: a unique reproductive

strategy in the endemic freshwater gastropod

Tylomelania

(Cerithioidea: Pachychilidae) on Sulawesi,

Indonesia and its biogeographical implications

THOMAS VON RINTELEN* and MATTHIAS GLAUBRECHT

 

Autor: Alexandra Behrendt  aktualisiert:  05.07..2008

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