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Typisch für die Federkiemenschnecken ist die Federkieme, die nach vorn rechts aus der Mantelhöhle vorgestreckt werden kann. Wahrscheinlich zur Reinigung dieser Kieme und der Mantelhöhle besitzen die Schnecken einen fadenförmigen Fortsatz (Pallialtentakel), der ebenfalls nach rechts aus der Mantelhöhle vorgestreckt werden kann. Der Penis der zwittrigen Tiere kann von der Außenseite der rechten Fühlerbasis vorgestülpt werden. Bei sexueller Inaktivität des Tieres ist er hier als tentakelförmiges Organ, das nach hinten an die Kopfseite angelegt ist, erkennbar. Der Penis ist bei V. piscinalis meist etwa genauso lang wie der Pallialtentakel. Das Tier ist hell graubraun pigmentiert. Die Oberseiten von Kopf und Fuß sind dabei etwas dunkler. Auf der gesamten Körperoberfläche sind gelblich-orange Pigmentpunkte verteilt, die um die Augen zu Flecken zusammenfließen. |
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ähnliche Arten:
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Lebensdauer: Nach der Fortpflanzungsperiode, im Alter von 12 bis 21 Monaten, stirbt ein großer Teil der adulten Tiere. Nahrung: Nach FRETTER et. al. (1994, in: GLÖER 2002) ernährt sich die Gemeine Federkiemenschnecke in der Natur von Detritus und Diatomeen.
Verhalten: In der Natur überdauern die Federkiemenschnecken den Winter eingegraben im Bodenschlamm. Währenddessen nehmen die Tiere keine Nahrung zu sich und zehren von ihren Reserven. Im Aquarium zeigen sie sich sehr aktiv und kriechen auf allen Gegenständen und Pflanzen herum. Auch an der Wasseroberfläche hängend können sie beim Fressen der Kahmhaut beobachtet werden. Ausflüge oberhalb des Wasserspiegels werden nicht unternommen. Unterarten, Formen Die Gemeine Federkiemenschnecke ist insbesondere hinsichtlich des Höhen-/ Breitenverhältnisses der Gehäuse sehr formvariabel. Dementsprechend wurden verschiedene Unterarten beschrieben, über deren letztendliche Einordnung (als Reaktionsform/ Unterart/ eigenständige Art) sich die Taxonomen noch uneins sind: Valvata (Cincinna) p. alpestris (KÜSTER 1853) – Alpen-Federkiemenschnecke: Das dünnwandige (durchscheinende) und glänzende Gehäuse wird mit bis zu 5,5mm Höhe und 6,3mm Breite deutlich größer als das der Nominatform. Der Nabel ist weit und offen. Die Form ist alpin in Seen und Kleingewässern des Voralpenlandes verbreitet. In Deutschland nur im Königssee, in der Schweiz in den nördlichen Voralpen und im Mittelland. In Österreich gilt die Art als stark gefährdet. Nach GLÖER & ZETTLER (2005, s. weblinks) kann die Form aufgrund ihrer charakteristischen Merkmale auch als eigenständige Art betrachtet werden. Valvata (Cincinna) p. antiqua (MORRIS 1838) – Hohe Federkiemenschnecke: Das Gehäuse ist höher kegelförmig getürmt als das der Nominatform und wird bis 6mm hoch und 4,5mm breit. Es ist gelblich oder grünlich-gelb, an der Basis meist grün. Die Form wird in den tieferen Zonen von Seen (bis 80m) und Flüssen; seltener auch in flacheren Gewässern in Großbritannien, Frankreich, Niederlande, Deutschland, Schweiz, Österreich, Polen, Bulgarien, Rumänien, Ukraine und Rußland gefunden. Da auch sämtliche Übergangsformen zur Nominatform gefunden wurden, ist nach GLÖER & ZETTLER (2005, s. weblinks) davon auszugehen, daß es sich um eine ökologische Reaktionsform handelt. Valvata (Cincinna) p. discors (WESTERLUND 1886): Die ersten Umgänge liegen nicht in einer Ebene, sodaß sie als abgerundet- stumpfer Apex in der Seitenansicht des Gehäuses sichtbar sind. Das Gehäuse mit insgesamt 4 Umgängen wird bis 3mm hoch und breit. Die beiden letzten Umgänge sind etwa gleich groß. Der Nabel ist eng und fast geschlossen. Die Oberfläche des Gehäuses und des Operculums sind stärker skulpturiert als bei der Nominatform. Der Körper der Tiere ist graubraun mit gelblichen Pigmentpunkten. Die Augen liegen in einem heller pigmentierten Feld. Rezente Vorkommen sind aus Schweden (?) und Polen bekannt. Valvata (Cincinna) p. geyeri (MENZEL 1904): Das Gehäuse ist höher kegelförmig getürmt als das der Nominatform und wird nur bis 3mm hoch und 2,5mm breit. Relativ weit genabelt. Bisher nur vom Weißensee bei Füssen/Bayern bekannt. Gefährdung:
Sonstiges: Die Gemeine Federkiemenschnecke wurde aufgrund allgemein zurückgehender Bestände auf der Roten Liste Deutschlands auf die „Vorwarnliste“ gesetzt. Als Ursache wird die Eutrophierung der Gewässer mit einhergehendem Sauerstoffmangel angenommen. Auf der Roten Liste Österreichs wird die Art als „gefährdet“ geführt. V. piscinalis wird gern von Fischen gefressen und daher auch Plötzenschnecke genannt. Auch bei Wasservögeln kann sie einen hohen Anteil der Nahrung ausmachen. Literatur: FECHTER, R. & FALKNER, G. (1990): Weichtiere. Mosaik Verlag GmbH, München. ISBN 3-570-03414-3. GLÖER, P. (2002): Süßwassermollusken Nord und Mitteleuropas. Bestimmungsschlüssel, Lebensweise, Verbreitung. In: Die Tierwelt Deutschlands. Conchbooks, Hackenheim. ISBN 3-925919-60-0. [Angaben zu Merkmalen, Verbreitung usw.] GLÖER, P & MEIER-BROOK, C. (2003): Süßwassermollusken. Ein Bestimmungsschlüssel für die Bundesrepublik Deutschland. Deutscher Jugendbund für Naturbeobachtung, Hamburg. ISBN 3-923376-02-2. [Angaben zu Merkmalen, Verbreitungskarte für Deutschland] GRABOW, K. (2000): Farbatlas Süßwasserfauna – Wirbellose. Eugen Ulmer GmbH & Co., Stuttgart. ISBN 3-8001-3145-5. [kurze Artbeschreibung u.a. auch mit Angaben zur Reproduktionsbiologie] JAECKEL, S.G.A.: Mollusca. In: ILLIES, J. (ed.) (1967): Limnofauna europea. Eine Zusammenstellung aller die europäischen Binnengewässer bewohnenden mehrzelligen Tierarten mit Angaben über ihre Verbreitung und Ökologie. G. Fischer Verlag.
weblinks: Aquarienschnecken-Forum.de: Gemeine Federkiemenschnecke (Valvata piscinalis) ANDREEV, R. N. & BURCOVSCHI, I. (2001):Distributia unor Specii de Molutte Acvatice în Zona Fluviului nistru de pe Teritoriul Republicii Moldava. [Bericht über Vorkommen von Süßwassermollusken in Moldavien] Atlasproject Nederlandse Mollusken (ANM): Valvata Piscinalis (MÜLLER, 1774) Vijver-pluimdrager[Verbreitungskarte der Niederlande] AUINGER, B.M. & PATZNER, R.A. (2006): Der Wallersee und seine Wassermollusken. Nachrichtenblatt der Ersten Vorarlberger Malakologischen Gesellschaft, Rankweil. Vol. 14, pp. 20-39 Fauna Europaen
Seite aktualisiert: 26.10..2008 Autor: schneckli |
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