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Valvata (Cincinna) piscinalis (O. F. MÜLLER 1774) – Gemeine Federkiemenschnecke

Valvata piscinalis piscinalis - gemeine Federkiemenschnecke

Klasse:            Gastropoda (CUVIER 1795) – Schnecken
Unterklasse:     Prosobranchia (MILNE & EDWARDS 1848) – Vorderkiemer
Überordnung: Heterostropha (F
ISCHER 1884)
Ordnung:         Ectobranchia (F
ISCHER 1884) – Außenkiemer
Überfamilie:   Valvatoidea (G
RAY 1840)
Familie:           Valvatidae (G
RAY 1840) – Federkiemenschnecken
Gattung:         Valvata (O. F. M
ÜLLER 1774) – Federkiemenschnecken
Untergattung: Cincinna (H
ÜBNER 1810) – Federkiemenschnecken
Art:                 Valvata (Cincinna) piscinalis (O. F. M
ÜLLER 1774) – Federkiemenschnecke
Unterart:   Valvata (Cincinna) piscinalis piscinalis (O. F. M
ÜLLER 1774) – Gemeine Federkiemenschnecke

 

Der Nabel
Gehäuse mit Mündung

Beschreibung:

Die rechtsgewundenen Gehäuse der Gemeinen Federkiemenschnecke sind fest und nur wenig durchscheinend. Typisch für die Untergattung Cincinna ist dabei das deutlich erhobene Gewinde, wodurch das Gehäuse der V. p. piscinalis insgesamt breit-kegelförmig wirkt, sowie der mäßig weite Nabel. Die Gehäuse der Gemeinen Federkiemenschnecke werden 3 bis 4,5mm hoch und bis 5mm breit. Die ersten Umgänge sind zunächst nur kaum erhoben, sodaß der Apex abgeflacht wirkt. Die weiteren der insgesamt 3 bis 5 Umgänge sind dann stärker zunehmend bauchig und voneinander durch eine tiefe Naht abgesetzt. Insgesamt macht die Gewindehöhe ca. 24% der Gehäusehöhe aus. Der enge Nabel ist offen oder vom letzten Umgang halb verdeckt. Der Mundsaum der fast kreisrunden Mündung ist zusammenhängend. Das hornige Operculum ist leicht nach innen gewölbt und multispiral strukturiert. Der Nucleus ist zentrisch gelegen.

Bis auf feine Zuwachslinien ist das Gehäuse glatt. Es ist einfarbig grauweiß, gelblich bis bräunlich und mattglänzend.

02Valvata piscinalis-GEHÄUSE-Operculum202
02Valvata piscinalis-GEHÄUSE-Operculum102

Der Fuß des Tieres ist vorn leicht gespalten und seitlich zu zwei spitzen Ecken weit ausladend. Im Bereich des Operculums ist er besonders breit, hinten gerundet. Die Schnauze ist vom Fuß deutlich abgesetzt und beim aktiven Tier rüsselartig vorgestreckt. An der Oberseite der Basis der langen, fadenförmigen, kaum zugespitzten Fühler sitzen die nach vorn gerichteten Augen.

Valvata piscinalis piscinalis von unten gemeine Fedrkiemenschnecke

Typisch für die Federkiemenschnecken ist die Federkieme, die nach vorn rechts aus der Mantelhöhle vorgestreckt werden kann. Wahrscheinlich zur Reinigung dieser Kieme und der Mantelhöhle besitzen die Schnecken einen fadenförmigen Fortsatz (Pallialtentakel), der ebenfalls nach rechts aus der Mantelhöhle vorgestreckt werden kann. Der Penis der zwittrigen Tiere kann von der Außenseite der rechten Fühlerbasis vorgestülpt werden. Bei sexueller Inaktivität des Tieres ist er hier als tentakelförmiges Organ, das nach hinten an die Kopfseite angelegt ist, erkennbar. Der Penis ist bei V. piscinalis meist etwa genauso lang wie der Pallialtentakel.

Das Tier ist hell graubraun pigmentiert. Die Oberseiten von Kopf und Fuß sind dabei etwas dunkler. Auf der gesamten Körperoberfläche sind gelblich-orange Pigmentpunkte verteilt, die um die Augen zu Flecken zusammenfließen.

Gemeine Federkiemenschnecke
Die Feder

ähnliche Arten:


Typisch für alle heimischen Arten der Gattung Valvata ist die kreisrunde Mündung und das ebenfalls kreisrunde Operculum mit zentrischem Nucleus. Adulte Valvata piscinalis sind anhand ihres deutlich erhobenen Gewindes von der Sumpf- Federkiemenschnecke (Valvata (Tropidina) macrostoma) sowie der noch flacheren Flachen Federkiemenschnecke (Valvata (Valvata) cristata) und der nordskandinavisch- sibirisch verbreiteten Sibirischen Federkiemenschnecke V. (Tropidina) sibirica unterscheidbar. Juvenile Exemplare von V. piscinalis können relativ weit genabelt sein und sind dann leicht mit V. macrostoma zu verwechseln. Die in ihrer Verbreitung auf (Flach-) Moorgewässer des Alpenraumes beschränkte Moor-Federkiemenschnecke (V. (Cincinna) studeri) l weist einen weiteren Nabel und eine glänzend-glatte Oberfläche auf. Sie bleibt zudem etwas kleiner als V. piscinalis und ihr Pallialtentakel ist nur ca. 1/3 so lang wie der Penis. Die Mündung der in Mitteleuropa vom Aussterben bedrohten Fluß-Federkiemenschnecke (Borysthenia naticina) = Strom-Federkiemenschnecke (Valvata (Borysthenia) naticina) ist oben leicht zugespitzt; das Gehäuse festwandiger mit flach gewölbten Umgängen.

 

Verbreitung, natürliches Habitat:

Allgemein paläarktisch in Europa, Sibirien bis Zentralasien verbreitet.
Vorkommen im europäischen Raum: Norwegen (südl. 70. Breitengrad), Schweden (südl. 58. Breitengrad), Dänemark (verbreitet; fehlt auf Bornholm), Finnland (zerstreut), Rußland, Estland (verbreitet), Lettland (verbreitet), Litauen (verbreitet; ZETTLER et al. 2005), Polen (verbreitet), Tschechien (zersteut), Slowakei (im Tiefland), Österreich (zersteut), Ungarn, Slovenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Jugoslavien (z.B. Skadarsko jezero), Mazedonien, Albanien (z.B. Shkodër-See), Griechenland (Festland), Bulgarien, Rumänien (verbreitet; CIOBOIU 2003), Moldavien, Ukraine,

 Britische Inseln (verbreitet, s. weblinks: National Biodiversity Network), Niederlande (verbreitet und häufig; s. weblinks: Atlasproject Nederlandse Mollusken), Belgien (verbreitet), Luxemburg (einzelne Vorkommen), Schweiz (zerstreut in den nördl. Voralpen, Mittelland, Süd-Tessin), Liechtenstein, Frankreich, Portugal, Spanien (Festland, Balearen), Italien (Festland, Sardinien, Sizilien).

In die USA Ende des 19. Jahrhunderts eingeschleppt und etabliert (New York, Hudson River, Ontario- und Erie-See).

In Deutschland allgemein verbreitet bis 750 m ü NN. Besonders häufig kommt die Gemeine Federkiemenschnecke nördlich der Mittelgebirge und im Bereich des Oberrheintales vor. Sonstige Vorkommen in Deutschland zerstreut.

In der Natur lebt V. p. piscinalis in sauerstoff- und pflanzenreichen Seen, Teichen, langsam fließenden Flüssen, Kanälen, Gräben und temporären Gewässern. Sie ist auf Schlamm- oder Sandboden sowie an Wasserpflanzen oder Holz zu finden.

Nach Untersuchungen von AUINGER & PATZNER (2006) im Wallersee/Österreich bevorzugt die Art signifikant ein schlammiges Substrat. An Steinen wurde sie hier nicht gefunden.

JUEG (2001) zufolge lebt sie im gut durchlüfteten Sediment eher größerer Gewässer.

Einige Habitate, in denen nach eigenen Beobachtungen Valvata piscinalis im Freiland gefunden wurden, sind unter folgenden Links kurz vorgestellt:
0003, 0011, 0012, 0013, 0016, 0017, 0022, 0023, 0030, 0032, 0035

 

Wasserwerte:

Nach unterschiedlichen Literaturangaben soll ein dauerhaft hoher Sauerstoffgehalt im Wasser existentiell für das Überleben der Art sein. Sie toleriert dann pH-Werte von 5,4 bis 9,6 bei einer Gesamthärte über 0,35°d bzw. hohem Calciumgehalt. In Schleswig-Holstein kommt die Art in der Schlei bei einem Salzgehalt bis 0,5‰ vor; maximal soll sie 4‰ tolerieren. Nach eigenen Beobachtungen konnte die Art in verschiedenen Gewässern mit folgenden Wasserwerten gefunden werden:


See mit Schlammgrund in Kiel/Schleswig-Holstein an Holz und Steinen: 6°C (25.12.2006), 16°C (10.09.2007); GH = 13-16°dH; KH = 9-11°dH; pH = 7,5-8,0; NH3/NH4 ~ 0,25mg/l; NO2 < 0,3mg/l; NO3 ~ 10mg/l.
Graben in Oldenburg/Niedersachsen in hohen Abundanzen an Wasserpflanzen (>100Tiere/Handvoll Wasserstern), weniger Tiere auf Schlamm-/ Feinsandboden (05.05.2007): GH = 22,5°dH; KH = 10,5°dH; pH = 8,0; NH3/NH4 ~ 1,5mg/l; NO2 ~ 0,3 mg/l; NO3 ~ 10mg/l.
Jährlich geräumter Graben in Oldenburg/Niedersachsen mit Schlammsubstrat: 14°C (06.10.2007); GH = 9°dH; KH = 5°dH; pH = 7,5; NH3/NH4 ~ 0mg/l; NO2 < 0,3 mg/l; NO3 ~ 8mg/l.
Jährlich geräumter Graben mit Schlammsubstrat und geringer Strömung in Oldenburg/Niedersachsen: 18°C (24.06.2007); GH = 8°dH; KH = 4°dH; pH = 7,0; NH3/NH4 ~ 1mg/l; NO2 ~ 0,5 mg/l; NO3 ~ 10mg/l.
Ehemalige Tonkuhlen mit Schlammsubstrat und reichlich Fallaub in Oldenburg/Niedersachsen in geringer Abundanz an Holz: 8°C (26.11.2006), 15,5°C (21.09.2007); GH = 6-7°dH; KH = 4°dH; pH = 6,0-7,0; NH3/NH4 ≤ 1,0mg/l; NO2 ~ 0,3 mg/l; NO3 ≤ 13mg/l.
Stark verkrauteter Graben mit Schlammsubstrat, wenig Strömung in Oldenburg/Niedersachsen (24.06.2007): 17,5°C; GH = 10°dH; KH = 5°dH; pH = 7,0; NH3/NH4 ~ 1,0mg/l; NO2 ~ 0,3mg/l; NO3 ~ 12mg/l.
Ehemalige Sandkuhle in Oldenburg/Niedersachsen auf feinem Sand: 7°C (24.11.2006), 17°C (30.06.2007), GH = 6 bis 7°dH; KH = 7°dH; pH = 8,0; NH3/NH4 ≤ 0,2mg/l; NO2 < 0,3mg/l; NO3 ≤ 5mg/l.
Altarm der Ems mit Schlammsubstrat und reichlich Wasserpflanzen bei Meppen/Niedersachsen: 20,5°C (14.07.2007); GH = 12°dH; KH = 6°dH; pH = 7,5; NH3/NH4 ~ 0mg/l; NO2 ~ 0,3 mg/l; NO3 ~ 15mg/l.
Fluß mit Schlammsubstrat und geringer Strömung bei Bergum/Niederlande: 8°C (08.12.2007); GH = 8°dH; KH = 4°dH; pH = 7,5; NH3/NH4 ~ 0,3mg/l; NO2 ~ 0,3 mg/l; NO3 ~ 12mg/l.



Fortpflanzung:

Die Federkiemenschnecken der Untergattung Cincinna sind zwittrig angelegt.
In der Natur paaren sich die Gemeinen Federkiemenschnecken nach ihrem ersten überstandenen Winter. Während der Paarung zieht das männlich fungierende Tier seine Fühler weit ein (FECHTER & FALKNER 1990). Von Mai bis September werden je Schnecke und Jahr nur bis zu 10 kugelrunde, feste Eikapseln mit einem kleinen Sockel an Hartsubstrat oder Wasserpflanzen geheftet. Um diese 0,98-1,49mm im Durchmesser messenden Eikapseln verläuft eine feine, leicht wulstige Naht. Durch die transparente, doppelte Hülle dieser Eikapseln sind die 8 bis 22 (nach NEKRASSOW (1928): bis zu 49) grünen oder gelblichen Eier erkennbar, die ihrerseits von einer doppelten Membran umgeben sind. Sie sind zunächst zitronenförmig, 0,333 bis 0,366mm lang und 0,233mm breit und besitzen an einem Ende einen feinen Faden, das freie Ende ist knopfig. Typisch für die Valvatidae ist, daß die Eizelle von Beginn an das Volumen der befruchteten Eier fast völlig ausfüllt. Im Zuge des Wachstums des Embryos platzt die äußere Schicht der Eimembran auf und bleibt (meist zu Teilen zusammengeschrumpelt) an der inneren Hülle hängen. Diese innere Hülle dehnt sich aus und nimmt die Form einer regelmäßigen Kugel an. Drei Tage nach Platzen der äußeren Eimembran kann der Eidurchmesser schon 0,5mm betragen. Am noch ungeschlüpften Embryo ist dann schon eine Differenzierung von Gehäuse, Fuß und Fühler erkennbar. Aus jedem befruchteten Ei schlüpft in der Natur nach 2 bis 4 Wochen ein Jungtier. Jede adulte Federkiemenschnecke kann somit rund 150 Nachkommen im Jahr haben.

Beobachtungen im Aquarium zufolge erfolgt der Schlupf bei 25-26°C schon rund eine Woche nach der Eiablage.

 

 

Gemeine Federkimenschnecke
Bild
gemeine Federkiemenschnecke

Lebensdauer:

Nach der Fortpflanzungsperiode, im Alter von 12 bis 21 Monaten, stirbt ein großer Teil der adulten Tiere.

Nahrung:

Nach FRETTER et. al. (1994, in: GLÖER 2002) ernährt sich die Gemeine Federkiemenschnecke in der Natur von Detritus und Diatomeen.
Nach Beobachtungen von FECHTER & FALKNER (vgl. „Verhalten“) kann die Art auch Nahrung aufnehmen, indem sie sie aus dem Atemwasserstrom herausfiltriert. Ein dichtes Flimmerepithel an der Schnauze, dem Pallialtentakel und den vorderen Fußfortsätzen soll dabei den Nahrungstransport unterstützen.
Im Aquarium ist sie an Mulm, Algenbelägen, Spirulinapulver oder (Fisch-) Flockenfutter zu beobachten.
Für Tierversuche wurde V. piscinalis auch im Labor gezüchtet und dabei mit Tetramin® gefüttert. Die Überlebensquote der Tiere betrug (vor Versuchsbeginn mit toxisch belasteten Sedimenten) nahezu 100%.

 

Verhalten:

In der Natur überdauern die Federkiemenschnecken den Winter eingegraben im Bodenschlamm. Währenddessen nehmen die Tiere keine Nahrung zu sich und zehren von ihren Reserven.

Im Aquarium zeigen sie sich sehr aktiv und kriechen auf allen Gegenständen und Pflanzen herum. Auch an der Wasseroberfläche hängend können sie beim Fressen der Kahmhaut beobachtet werden. Ausflüge oberhalb des Wasserspiegels werden nicht unternommen.

Unterarten, Formen

Die Gemeine Federkiemenschnecke ist insbesondere hinsichtlich des Höhen-/ Breitenverhältnisses der Gehäuse sehr formvariabel. Dementsprechend wurden verschiedene Unterarten beschrieben, über deren letztendliche Einordnung (als Reaktionsform/ Unterart/ eigenständige Art) sich die Taxonomen noch uneins sind:

Valvata (Cincinna) p. alpestris (KÜSTER 1853) – Alpen-Federkiemenschnecke: Das dünnwandige (durchscheinende) und glänzende Gehäuse wird mit bis zu 5,5mm Höhe und 6,3mm Breite deutlich größer als das der Nominatform. Der Nabel ist weit und offen. Die Form ist alpin in Seen und Kleingewässern des Voralpenlandes verbreitet. In Deutschland nur im Königssee, in der Schweiz in den nördlichen Voralpen und im Mittelland. In Österreich gilt die Art als stark gefährdet. Nach GLÖER & ZETTLER (2005, s. weblinks) kann die Form aufgrund ihrer charakteristischen Merkmale auch als eigenständige Art betrachtet werden.

Valvata (Cincinna) p. antiqua (MORRIS 1838) – Hohe Federkiemenschnecke: Das Gehäuse ist höher kegelförmig getürmt als das der Nominatform und wird bis 6mm hoch und 4,5mm breit. Es ist gelblich oder grünlich-gelb, an der Basis meist grün. Die Form wird in den tieferen Zonen von Seen (bis 80m) und Flüssen; seltener auch in flacheren Gewässern in Großbritannien, Frankreich, Niederlande, Deutschland, Schweiz, Österreich, Polen, Bulgarien, Rumänien, Ukraine und Rußland gefunden. Da auch sämtliche Übergangsformen zur Nominatform gefunden wurden, ist nach GLÖER & ZETTLER (2005, s. weblinks) davon auszugehen, daß es sich um eine ökologische Reaktionsform handelt.

Valvata (Cincinna) p. discors (WESTERLUND 1886): Die ersten Umgänge liegen nicht in einer Ebene, sodaß sie als abgerundet- stumpfer Apex in der Seitenansicht des Gehäuses sichtbar sind. Das Gehäuse mit insgesamt 4 Umgängen wird bis 3mm hoch und breit. Die beiden letzten Umgänge sind etwa gleich groß. Der Nabel ist eng und fast geschlossen. Die Oberfläche des Gehäuses und des Operculums sind stärker skulpturiert als bei der Nominatform. Der Körper der Tiere ist graubraun mit gelblichen Pigmentpunkten. Die Augen liegen in einem heller pigmentierten Feld. Rezente Vorkommen sind aus Schweden (?) und Polen bekannt.

Valvata (Cincinna) p. geyeri (MENZEL 1904): Das Gehäuse ist höher kegelförmig getürmt als das der Nominatform und wird nur bis 3mm hoch und 2,5mm breit. Relativ weit genabelt. Bisher nur vom Weißensee bei Füssen/Bayern bekannt.

Gefährdung:

Die Gemeine Federkiemenschnecke wurde aufgrund allgemein zurückgehender Bestände auf der Roten Liste Deutschlands (1998) auf die „Vorwarnliste“ gesetzt. Als Ursache wird die Eutrophierung der Gewässer mit einhergehendem Sauerstoffmangel angenommen. Auf den Roten Listen Österreichs ("LC" 2006) wird die Art als nicht gefährdet geführt. Auf der internationalen Roten Liste der IUCN (1994) sowie denjenigen von Norwegen (2006), Schweden (2001), Estland (Jahr?), Lettland (2003) und der Schweiz (1994) ist sie derzeit nicht gelistet.

 

Sonstiges:

Die Gemeine Federkiemenschnecke wurde aufgrund allgemein zurückgehender Bestände auf der Roten Liste Deutschlands auf die „Vorwarnliste“ gesetzt. Als Ursache wird die Eutrophierung der Gewässer mit einhergehendem Sauerstoffmangel angenommen. Auf der Roten Liste Österreichs wird die Art als „gefährdet“ geführt.

V. piscinalis wird gern von Fischen gefressen und daher auch Plötzenschnecke genannt. Auch bei Wasservögeln kann sie einen hohen Anteil der Nahrung ausmachen.

Literatur:

FECHTER, R. & FALKNER, G. (1990): Weichtiere. Mosaik Verlag GmbH, München. ISBN 3-570-03414-3.
[Weichtiere Europas – kurze Artbeschreibung, Farbfotos auch lebender Tiere der Nominatform und Unterarten]

GLÖER, P. (2002): Süßwassermollusken Nord und Mitteleuropas. Bestimmungsschlüssel, Lebensweise, Verbreitung. In: Die Tierwelt Deutschlands. Conchbooks, Hackenheim. ISBN 3-925919-60-0.

[Angaben zu Merkmalen, Verbreitung usw.]

GLÖER, P & MEIER-BROOK, C. (2003): Süßwassermollusken. Ein Bestimmungsschlüssel für die Bundesrepublik Deutschland. Deutscher Jugendbund für Naturbeobachtung, Hamburg. ISBN 3-923376-02-2.

[Angaben zu Merkmalen, Verbreitungskarte für Deutschland]

GRABOW, K. (2000): Farbatlas Süßwasserfauna – Wirbellose. Eugen Ulmer GmbH & Co., Stuttgart. ISBN 3-8001-3145-5.

[kurze Artbeschreibung u.a. auch mit Angaben zur Reproduktionsbiologie]

JAECKEL, S.G.A.: Mollusca. In: ILLIES, J. (ed.) (1967): Limnofauna europea. Eine Zusammenstellung aller die europäischen Binnengewässer bewohnenden mehrzelligen Tierarten mit Angaben über ihre Verbreitung und Ökologie. G. Fischer Verlag.
[Kapitel mit tabellarischer Übersicht zur Verbreitung europäischer Süßwassergastropoden]

NEKRASSOW, A.D. (1928): Vergleichende Morphologie der Laiche von Süßwassergastropoden. Z. f. Morphol. u. Ökol. d. Tiere, Bd. 18, pp. 1-35.
[Exakte Beschreibungen der Gelege verschiedener Arten aus dem Fluß Kljasma und Tümpeln bei Bolschewo/Rußland]

 

weblinks:

Aquarienschnecken-Forum.de: Gemeine Federkiemenschnecke (Valvata piscinalis)
[Fotos, auch Gelege]

Aquarienschnecken-Forum.de: Rote Listen Süßwassermollusken.
[Linksammlung]

ANDREEV, R. N. & BURCOVSCHI, I. (2001):Distributia unor Specii de Molutte Acvatice în Zona Fluviului nistru de pe Teritoriul Republicii Moldava. [Bericht über Vorkommen von Süßwassermollusken in Moldavien]

Atlasproject Nederlandse Mollusken (ANM): Valvata Piscinalis (MÜLLER, 1774) Vijver-pluimdrager[Verbreitungskarte der Niederlande]

AUINGER, B.M. & PATZNER, R.A. (2006): Der Wallersee und seine Wassermollusken. Nachrichtenblatt der Ersten Vorarlberger Malakologischen Gesellschaft, Rankweil. Vol. 14, pp. 20-39
[Süßwassermollusken des Wallersees/Österreich]

CIOBOIU, O. (2003):Diversity of Gastropoda in the Romanian sector of the Danube lower hydrographic basin.
[Darstellung der Vorkommen der Süßwassergastropoden in Rumänien auf Flußgebietsniveau]

Deutsche Malakozoologische Gesellschaft (Red.: WIESE, V., Stand: 02/2008): Molluscs of Central Europe – Nomenklaturliste.
[Systematik europäischer Mollusken – auch mit deutschen Namen]

Deutsche Malakozoologische Gesellschaft (Stand: 10/2008): Molluscs of central Europe. Species: Valvata (Cincinnaa) piscinalis
[zur Taxonomie und Unterarten; vgl. auch die Kommentierung zur Untergattung Cincinna]
 

Fauna Europaen
[europäische Systematik, Hinweise zur Verbreitung von V. piscinalis]

GLÖER, P. & ZETTLER, M. L. (2005): Kommentierte Artenliste der Süßwassermollusken Deutschlands. Malak. Abh. 23: 3-26.
[div. Anmerkungen zur Einordnung der Unterarten/Reaktionsformen von V. piscinalis]

JUEG, U. (2001): Die Mollusken (Gastropoda & Bivalvia) im Stadtgebiet von Ludwigslust. Mitteilungen der NGM -1.Jahrgang, Heft1, August 2001, pp. 13-50.
[Molluskenfauna in Ludwigslust; mit Habitatangaben zu den gefundenen Arten]

National Biodiversity Network: Grid map of records on the Gateway for Valve Snail (Valvata (Cincinna) piscinalis).
[Datenbank-basierte Verbreitungskarten der Britischen Inseln]

STADNYCHENKO, A. P. (2005):The mollusks of the family Valvatidae of Ukraine. In: XXI Krajowe Seminarium Malakologiczne. p. 41-42.
[Auflistung der in der Ukraine vorkommenden Arten aus der Familie der Valvatidae]

WIESE, V: (1991): Atlas der Land- und Süßwassermollusken in Schleswig-Holstein. Landesamt für Naturschutz und Landschaftspflege Schleswig-Holstein. ISBN 3-923339-40-2.
[Verbreitungskarte von Schleswig-Holstein. Gehäusezeichnung, kurze Angaben zu Vorkommen]

ZETTLER, M. L. (2000): Bewertung des ökologischen Zustandes von Fließgewässern in Mecklenburg-Vorpommern über die Malakofauna als Indikatororganismen. Natur und Naturschutz in Mecklenburg-Vorpommern. 35: 3-36.
[Angaben zu Habitaten und Verbreitung der Art auf Seite 10]

ZETTLER, M. L., ZETTLER, A. & DAUNYS, D. (2005): Bemerkenswerte Süßwassermollusken aus Litauen. Aufsammlungen vom September 2004. Malak. Abh. 23: 27-40.
[Fundortangaben für Litauen]

 

 

Seite aktualisiert: 26.10..2008

Autor: schneckli

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